Düsseldorf: Warum wollen viele Eltern kein Turbo-Abitur?

Düsseldorf: Warum wollen viele Eltern kein Turbo-Abitur?

Schule kann manchmal ganz schön stressig sein: für Klausuren lernen, sich im Unterricht beteiligen, Hausaufgaben machen — und dann immer dieses frühe Aufstehen. Doch wer sein Abitur machen will, der muss dafür eben auch fleißig sein.

Über das Abitur wird gerade in Deutschland viel gestritten. Dabei geht es um die Frage, ob die Schüler ihr Abitur an den Gymnasien nach insgesamt zwölf oder 13 Jahren Schulzeit machen sollen. Also ob sie nach der Grundschule noch acht oder neun Jahre zum Gymnasium gehen.

Früher war das klar geregelt. Die Schüler mussten 13 Jahre lang die Schulbank drücken. Das ist seit 2005 in NRW anders. Da hat die Landesregierung nämlich das G8 eingeführt. Die Abkürzung G8 steht für achtjähriges Gymnasium. Wegen der kürzeren Schulzeit wird es auch Turbo-Abitur genannt. Doch viele Menschen kritisieren die verkürzte Schulzeit und fragen sich, ob das überhaupt Sinn macht.

Sie sagen, dass der ganze Lernstoff bei einem Jahr weniger nicht wie bislang vermittelt werden könne. Außerdem seien viele Schüler überfordert, der Druck sei zu hoch, und es gebe kaum noch Zeit für Hobbys und Freunde. Deshalb fordern gerade viele Eltern eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in NRW. Dafür wollen sie viele Unterschriften sammeln und den Politikern zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht hinter G8 steht.

Am Montag wurde über das Thema auch in Düsseldorf gesprochen. Dort trafen sich Politiker, Gegner und Befürworter von G8 zu einem sogenannten „Runden Tisch“, an dem die verschiedenen Meinungen ausgetauscht wurden. Zu dem Treffen hatte Sylvia Löhrmann eingeladen. Sie ist die Schulministerin in NRW.

Das Abitur ist aber nicht nur Thema in NRW. Es wird auch in anderen Bundesländern diskutiert. Niedersachsen zum Beispiel kehrt zum Schuljahr 2015/16 komplett zu G9 zurück. Dass man in NRW zum neunjährigen Abitur zurückkehrt, halten Experten für unwahrscheinlich. Sie gehen eher davon aus, dass G8 verbessert wird, indem man zum Beispiel die Lehrpläne der kürzeren Schulzeit noch mehr anpasst.

(red)