Vereinsname: Warum der BVB „Borussia“ heißt

Vereinsname : Warum der BVB „Borussia“ heißt

Die Fans rufen den Vereinsnamen im Stadion und die Spieler tragen ihn auf ihren Trikots. Wieso ist er so wichtig und wofür stehen eigentlich Borussia, Eintracht oder Fortuna?

Es war am vierten Advent 1909 in einer Kneipe in der Stadt Dortmund, also vor mehr als 100 Jahren. An diesem Tag gründete Franz Jacobi mit anderen jungen Männern einen Fußball-Verein. Den Bierkrug zum Anstoßen hielt Franz Jacobi schon in der Hand. Da fiel ihm etwas ein. Sein Verein hatte noch gar keinen Namen. Als er zur Seite guckte, sah er ein Werbeschild der Borussia-Brauerei.

„Den Namen fand er spontan gut. Und Borussia passte auch gut, weil sein Vater mal in der Borussia-Brauerei gearbeitet hatte“, sagt Gregor Schnittker. Er hat einen Film über den Gründer des Fußball-Vereins gedreht. Und auch der Verein selbst sagt: Der Name der Brauerei diente als Vorbild für den Vereinsnamen.

Oft nennt sich der Verein auch einfach BVB. Das ist die Abkürzung für Ballspiel-Verein Borussia. Bis heute werden die Spieler und Fans von Borussia Dortmund auch Borussen genannt. Wenn ihre Spieler auf dem Platz stehen, brüllen die Fans ganz laut: Borussia, Borussia!

Das Wort Borussia kommt aus dem Lateinischen. Es steht für das frühere Königreich Preußen. Es umfasste damals große Teile des heutigen Deutschlands, darunter die Stadt Dortmund.

Aber warum ist Fußball-Vereinen wie Borussia Dortmund ihr Name so wichtig? „Es geht darum, dass sich die Sportler als Gruppe fühlen, die ein gemeinsames Ziel hat. Zum Beispiel auf den ersten Platz in der Liga zu kommen“, sagt der Sprachforscher Peter Schlobinski. Mit ihrem Namen wollen die Spieler ihr Ziel nach außen zeigen.

Beim Verein Eintracht Frankfurt geht es etwa ums Zusammenhalten. „Eintracht heißt so viel wie Zusammenhalt und Kameradschaftlichkeit“, erklärt der Fachmann. Andere Vereine wie Fortuna Düsseldorf zeigen mit ihrem Namen, dass sie ans Gewinnen glauben. Fortuna ist ein Wort aus der lateinischen Sprache und bedeutet Glück. Und wieder andere Vereine zeigen, dass sie sich mit ihrer Heimat verbunden fühlen. Zum Beispiel komme beim FC Bayern München das Bundesland Bayern vor, erklärt der Experte. Die Vereine sind meist stolz auf ihre Gründungsgeschichte. „Bei Borussia Dortmund sprechen sie bis heute von der BVB-Familie. Und das hängt auch mit Franz Jacobi zusammen“, erklärt der Filmemacher Gregor Schnittker.

Der Vater von Franz Jacobi starb früh. So wurde Franz Jacobi zum Familienoberhaupt. Diese Rolle habe er auch beim BVB eingenommen, meint Gregor Schnittker.

(dpa)