1. Karlo Clever

Schulprojekt: Üben für den Opernauftritt

Schulprojekt : Üben für den Opernauftritt

Vincent Gutmann möchte auf die große Bühne. Deswegen macht er an einem Projekt an seiner Schule mit. Doch wegen der Corona-Krise läuft nun alles ganz anders ab als gedacht.

Vincent Gutmann geht in die 9. Klasse und spielt gerne Theater. In der Theater-AG zum Beispiel oder an Weihnachten beim Krippenspiel in der Kirche ist er dabei. Der 14-Jährige kommt aus Hohberg im Bundesland Baden-Württemberg.

Er würde gerne mal auf einer richtig großen Bühne stehen. Das Festspielhaus in Baden-Baden hat so eine Bühne.

Und Vincents Gymnasium bietet ein Projekt an, bei dem die Schüler und Schülerinnen eine Oper genau dort im Festspielhaus aufführen sollen. „Das ist eine einmalige und richtig coole Gelegenheit“, sagt Vincent.

Seit November üben Vincent und seine Mitschülerinnen und Mitschüler nun also. Wegen der Corona-Pandemie findet der Unterricht seit Wochen digital statt: Alle stehen also zu Hause vor Computern und proben mit ihrer Musiklehrerin.

Um dabei den richtigen Rhythmus zu bekommen, müssen die Schüler mit den Fingern schnipsen oder sich auf die Brust klopfen.

Den Text sollen sie laut sprechen, sagt die Lehrerin. Doch hören können sich Jugendlichen gegenseitig nicht: ihre Mikrofone sind ausgeschaltet.

Das haben die Schüler gemacht, weil es manchmal Verzögerungen bei der Übertragung gibt. Weil dann alles zeitversetzt zu hören ist, würde dann alles krumm und schief klingen. „Wir haben einmal probiert, im Chor zu singen“, erzählt Vincent. „Das war unmöglich.“

Vincent sagt, den Text zu lernen sei für ihn kein Problem. „Das geht bei mir sehr schnell.“ Damit habe er schon viel Erfahrung.

Aber mit dem Singen tue er sich schwer. „Ich bin kein guter Sänger.“ Manche Töne seien etwas zu hoch. Dafür bekommt Vincent manchmal Einzelunterricht. Neben ihm sind noch zwei Jungen und zehn Mädchen an dem Opern-Projekt beteiligt.

 Vincent Gutmann übt fleißig von zu Hause aus.
Vincent Gutmann übt fleißig von zu Hause aus. Foto: dpa/Philipp von Ditfurth

Zudem arbeiten 20 Schülerinnen und Schüler in der Stadt Limerick im Land Irland mit. Sie entwerfen gerade ein Bühnenbild. Das Ganze soll am Ende auch mit Hilfe von Computerübertragungen zusammengefügt werden. Gerade erschwert jedoch die Corona-Krise nicht nur die Proben.

Es könnte auch sein, dass am Ende das ganze Stück gar nicht auf der Bühne im Festspielhaus in Baden-Baden aufgeführt werden kann.

Der geplante Termin dafür ist Ende April. Im Augenblick weiß man leider noch nicht genau, ob und wie viele Leute dann in das Festspielhaus dürfen, um den Kindern zuzuschauen. Vielleicht dürfen dann noch gar nicht wieder so viele Menschen in das Gebäude.

Wenn das der Fall ist, wollen die Leiterinnen und Leiter des Projekts einfach alles digital im Internet übertragen. Und Vincent müsste womöglich, wie bei den Proben, bei sich zu Hause auftreten – vor der Computerkamera statt auf der Bühne. (dpa)

(dpa)