1. Karlo Clever

Mainzer Garde: Trommelwirbel für den Karneval

Mainzer Garde : Trommelwirbel für den Karneval

Süßigkeiten werfen, sich verkleiden und musizieren. Das machen die Kinder der Klepper-Garde aus Mainz. Damit das Trommeln gut klingt, üben sie jede Woche zusammen.

„Tam, tam, tamtaratatam ...“ Marieke stapft mit den Füßen zum Takt ihrer Schläge. Sie lacht. Ihre Trommel dröhnt durch den Raum, dann setzen die Jungs ein. Ihr Trommelwirbel füllt den kleinen Saal, schwillt an, wird immer lauter. Auf einmal: „Peng!“, Marieke setzt den Schlusston. Stille.

„Das war schon sehr gut, gleich noch mal“, sagt Stephan Kessler. Er bringt den Kindern das Trommeln bei. Die sechs Mädchen und Jungen gehören zur Gruppe Junge Trommler der Mainzer Klepper-Garde. Das ist ein Fastnachtsverein im Bundesland Rheinland-Pfalz. Bei uns in der Region sagt man zu Fastnacht eher Karneval oder Fastelovvend. Die neun Jahre alte Marieke gibt an diesem Tag den Ton an. Zusammen mit dem zehn Jahre alten Jonathan spielt sie die tiefste Trommel. Was gefällt ihr daran am besten? „Dass man drauf knallen kann!“, sagt sie. Julian hingegen findet, dass Trommeln richtige Instrumente sind: „Wir hauen nicht nur einfach auf ein Ding, und es macht Geräusche.“

Plötzlich schallt ein Pfiff durch den Raum. Das war der Trommel-Lehrer. „Ruhe bitte, Konzentration“, ruft er. Alle schauen kurz erschrocken. Dabei hatten sie gerade so schön Lärm gemacht. Dann stimmen sie schnell das nächste Stück an.

Jeden Samstag treffen sich die Kinder zum Üben, außer in den Ferien. Fünf Stücke können sie schon. „Am liebsten mag ich den Klepper-Bubenmarsch“, sagt Marieke. Das ist das traditionelle Lied der Garde. Während der Proben stehen die Trommeln auf Stühlen. Der Lehrer stellt sich hinter die Mädchen und Jungen, um bei jedem genau zuhören zu können. Manchmal klopft er auch mit seinem Stab auf einem Stuhl mit.

Die Jungen Trommler laufen bei ein bis zwei Umzügen im Jahr mit. Außerdem treten sie bei Karnevalssitzungen für Kinder auf. Dann hat jedes Kind ein Kostüm an und trägt seine Trommel. Dafür hat es einen Gurt um die Schulter und einen um den Bauch. Ein Knieschoner verhindert, dass die Trommel dauernd gegen das Knie schlägt. Ob sie beim berühmten Rosenmontagszug in Mainz auch trommeln? Das dürfen sie selbst entscheiden. Es ist schließlich ein sehr langer Umzug. Die Trommel wird mit der Zeit schwer auf der Schulter, weiß Julian. „Beim letzten Mal sind wir nur so mitgelaufen und haben Süßigkeiten geschmissen“, erzählt Marieke. (dpa)

(dpa)