Rudern auf der Spree: Rückwärts über das Wasser düsen

Rudern auf der Spree : Rückwärts über das Wasser düsen

Für Tanja geht‘s in der Freizeit aufs Wasser: Sie ist Mitglied in einem Ruderverein. Zehn Kilometer fährt sie in einem Training. Die 13-jährige Ruderin nimmt auch an Wettkämpfen teil.

Zweimal die Woche düst Tanja über die Spree, einem Fluss in Berlin. Dann sitzt die 13-Jährige in einem Rennruderboot. Dieses Boot ist viel schmaler als die Ruderboote, die man für Ausflüge nutzt. Deshalb ist es schneller, aber auch wackeliger.

„Vor allem wenn man im Einer sitzt, muss man zusehen, dass man nicht das Gleichgewicht verliert“, erzählt Tanja. Ein Einer ist ein Ruderboot für eine Person. Es wird auch Skiff genannt. Tanja fährt auch Zweier- und Viererboote. „Bei einer Regatta sitze ich aber meistens im Einer“, sagt Tanja. Eine Regatta ist ein Ruder-Wettkampf.

Jetzt steigt Tanja ins Skiff. „Um das Gleichgewicht zu halten, muss man darauf achten, dass man die beiden Skulls auf einer Höhe behält“, erklärt Tanja. Skulls nennt man die Ruder.

Tanja taucht die Skulls ins Wasser und zieht sie kräftig nach hinten. Dadurch wird das Boot zurückgestoßen. Gerudert wird nämlich mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. „Um noch mehr Zug zu bekommen, stoße ich mich gleichzeitig mit den Beinen vom Stemmbrett ab und gehe in die Rücklage“, sagt Tanja. Hierbei rollt auch ihr Sitz zurück.

„Wenn ich jetzt mit dem Sitz wieder vor rolle, muss ich die Skulls drehen, damit sie über das Wasser gleiten“, erklärt Tanja weiter. Logisch. Denn würden die Ruder im Wasser bleiben, würden sie das Boot bremsen oder sogar in die Gegenrichtung treiben.

Zug um Zug geht es nun voran, und das in gleichmäßigem Rhythmus. „Schlag“ nennen das die Ruderer. Tanja ist richtig schnell. Die ersten 2000 Meter sind im Nu geschafft. Dann macht Tanja kehrt. Die 10.000 Meter, die Tanja bei einem Training macht, sind bald geschafft.

Aber ist es nicht gefährlich, rückwärts übers Wasser zu fahren? Schließlich sind auf dem Fluss auch viele andere Boote und größere Schiffe unterwegs. „Man muss sich halt regelmäßig umdrehen und gucken“, sagt Tanja. „Nervig ist aber, dass die Schiffe Wellen machen.“

Damit Tanja dann nicht kentert, „schneidet“ sie mit ihrem Boot die Wellen. Dafür fährt sie quer über sie drüber. Und manchmal muss sie auch anhalten und die Welle einfach abwarten. Da braucht sie schonmal ein wenig Geduld.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten