1. Karlo Clever

Immer häufiger zu sehen: Mit Lamas und Alpakas auf Tour

Immer häufiger zu sehen : Mit Lamas und Alpakas auf Tour

Pucon zieht kräftig an der Halteleine. Das Alpaka will weiter nach vorn. Aber Pucon ist als Schlusstier ausgesucht worden. Pucon lebt auf einem Bauernhof in Südtirol, einer Region in den Alpen im Norden von Italien. Seine Besitzer halten fast 200 Lamas und Alpakas.

Sie züchten die Tiere auch. Die etwas kleineren Alpakas liefern wunderbar weiche Wolle. Lamas hingegen sind prima Lasttiere. Außerdem halten sie das Gras auf den Bergwiesen kurz.

Aber Pucon und die anderen Alpaka- und Lama-Männchen gehen auch regelmäßig mit Urlaubern auf Wanderungen. Das machen sie gern, sagen ihre Besitzer. Denn die Tiere brauchen die Bewegung und sind neugierig. Bei den Wanderungen können sich also nicht nur die Urlauber umsehen, sondern auch die Tiere.

Julia kennt das schon gut. Das zehnjährige Mädchen aus Deutschland hat schon mehrmals in Südtirol ihre Ferien verbracht. Und dazu gehört für sie immer eine Lama-Wanderung. Julia hält das Lama-Männchen Rubin an der Leine. Mit ihm läuft sie weiter vorn in der Reihe aus etwa 20 Tieren und den Urlaubern, die sie führen. „Ich mag Lamas lieber als Alpakas“, erzählt Julia. Denn diese seien etwas ruhiger. Aber beide seien so schön flauschig, schwärmt sie.

Schlau sind die Tiere auch. Sie kennen den Weg. Deshalb wissen sie auch schon vor ihren Führern: Jetzt kommt gleich das Klo! Ein Klo? Gemeint ist eine Stelle im Wald, wo die Tiere hinmachen sollen. Kommt man näher, riecht es etwas scharf.

Danach geht es weiter bergab bis zum Ziel: ein Rastplatz an einer Wiese im Wald. Hier binden alle die Tiere an einen Holzzaun. Die Leine muss lang genug sein, damit die Tiere sich hinlegen können. Manche machen zufriedene Summgeräusche.

Auch Julias Rubin hat sich hingelegt. Jetzt können die beiden ein bisschen kuscheln. Dabei erzählt Julia, wie das mit dem Spucken ist. Dafür sind Lamas berühmt. Eigentlich sind die Tiere friedlich und spucken selten. Höchstens mal, wenn sie sich innerhalb der Herde streiten. Einmal stand Julia zwischen zwei Streithähnen und bekam etwas ab. Nach der Pause geht es auf dem gleichen Weg zurück. Nur diesmal bergauf!

(dpa)