1. Karlo Clever

Grimma: Mit dem kleinen Bruder in einer Klasse

Grimma : Mit dem kleinen Bruder in einer Klasse

Pauline und Moritz Wirth sind Geschwister. Sie spielen beide gern Federball, üben beide gern Klavier. Und in der Grundschule gehen sie in die gleiche Klasse. Obwohl Moritz ein Jahr jünger ist. Denn Moritz hat die erste Klasse übersprungen und Pauline wollte gern mit ihrem Bruder in derselben Klasse sein.

Wie ist das so, als Geschwister in der gleichen Klasse zu sein?

Pauline: „Gut! Ich wollte das ja so. Ich habe Moritz Lesen und Schreiben beigebracht, als er noch im Kindergarten war. Als er zu uns in die zweite Klasse kam, konnte er nur die Schreibschrift noch nicht. Eigentlich hätte ich auch gern die erste Klasse übersprungen, so wie Moritz. Aber mir war die Lehrerin zu streng, die ich dann gekriegt hätte.”

Moritz: „Und so konnte mir Pauli mit allen Sachen helfen, die ich nicht gleich verstanden habe. So war es gar nicht so schwer, in der neuen Klasse mitzukommen. Jetzt sind wir beide in der vierten. Ich sitze ganz vorne rechts neben Laura - und Pauli ganz hinten links, neben einer anderen Laura.”

Wie kam Moritz damals als Jüngster in der Klasse zurecht?

Pauline: „Zuerst hing er nur mit den Weibern rum! Übelst unverschämt! (Sie lacht.) Aber mittlerweile spielen alle Mädchen und Jungs zusammen. Das war vorher nicht so.”

Moritz: „Ja, ich habe mich erst mit den Mädchen angefreundet. Aber die wollten ja auch mal mit Pauli alleine spielen. Dann habe ich angefangen, mit den Jungs Figuren zu sammeln. Und Pauli hat mitgemacht. In den Pausen waren wir am Anfang immer zusammen.”

Ist das doof, immer als Geschwister-Paar herumzulaufen?

Moritz: „Manchmal nervt es ein bisschen. Zum Beispiel, wenn es mit anderen Schulkameraden Streit gibt und die denken, dass ich sowieso immer auf Paulis Seite bin. So etwas passiert aber kaum noch. Wir hängen in der Schule auch nicht mehr so viel miteinander herum. Zu Hause machen wir mehr zusammen als in der Schule.”

Pauline: „Beim Sport hat es auch mal Ärger gegeben. Wir gehören nämlich zu den Schnellsten in der Klasse, und wenn wir in einer Gruppe sind, dann ist das unfair. Vielleicht sind manche Mitschüler ein bisschen neidisch, weil wir oft gute Noten kriegen. Wir sind aber eigentlich trotzdem mit allen befreundet. Müssen auch nicht die Klassen-Clowns spielen oder so.”

Und gibt es auch ein paar Vorteile?

Moritz: „Klar. Ich vergesse immer lauter Sachen zu Hause. Meine Federmappe und so weiter. Da kann mir Pauli immer aushelfen. Und wenn mir mal mein Schulbrot nicht schmeckt, dann kriegt das halt Pauli.”

Pauline: „Oder wenn einer von uns beiden aus Versehen die falsche Übung ins Hausaufgaben-Heft einträgt. Dann merken wir ja sofort, dass wir nicht die gleichen Aufgaben machen. Wir helfen uns manchmal, bei den Hausaufgaben oder beim Lernen für einen Test. Aber abschreiben lass ich Moritz nicht!”

Im Sommer ist die Grundschule für euch vorbei. Wie gehts dann weiter?

Pauline: „Weiter gute Noten kriegen und dann aufs Gymnasium! Natürlich in die gleiche Klasse!”

Moritz: „Na klar! Aber unsere Eltern wissen noch nicht, ob das eine so gute Idee ist.”

(dpa)