1. Karlo Clever

Als Radrennfahrer bei der Tour de France: „Kopf aus, Kopf runter und Vollgas!“

Als Radrennfahrer bei der Tour de France : „Kopf aus, Kopf runter und Vollgas!“

Eine große Gruppe Radrennfahrer düst stundenlang durch die Landschaft. Solche Bilder kennst du vielleicht von der Tour de France (gesprochen: tur dä frongs), dem berühmten Radrennen durch Frankreich.

Manchmal rasen die Sportler aber auch einzeln über die Strecke. Das nennt man Zeitfahren. Es geht darum, die Strecke in einer möglichst guten Zeit zu schaffen. Maximilian Schachmann kann das ziemlich gut. Der Radrennfahrer hat gute Chancen, im Juli bei der Tour de France zu starten.

Herr Schachmann, Radrennfahrer haben beim Zeitfahren immer besondere Helme auf. Warum ist das so?

Maximilian Schachmann: Die besonders geformten Helme sind windschnittiger und damit schneller. Sie sind aber sehr unbequem und man muss in einer unbequemen Position fahren, damit sie funktionieren.

Worauf kommt es beim Zeitfahren an?

Schachmann: Der Körperbau bestimmt, ob du eine gute Chance hast. Größere Fahrer haben einen Vorteil. Aber am Ende zählt ganz stark der Wille.

Warum liegt Ihnen Zeitfahren mehr als anderen?

Schachmann: Ich glaube, ich hab den nötigen Willen, dort schnell zu fahren und kann mich ausreichend quälen. Ein Quäntchen Talent habe ich auch noch bekommen.

Ist es nicht langweilig, die ganze Zeit alleine zu fahren?

Schachmann: Nein, überhaupt nicht. Man konzentriert sich ganz auf sich, um die kürzeste Linie zu fahren. Die Belastung beim Zeitfahren ist sehr kurz, dafür sehr intensiv. Vergleicht man es mit der Leichtathletik, wäre das Zeitfahren ein 10.000-Meter-Lauf.

Woher wissen Sie zwischendurch, ob Sie schnell genug fahren?

Schachmann: Das hängt ganz vom Rennen ab. Wir sind mit unserem Sportlichen Leiter im Auto verbunden über Funk. Er teilt uns zum Beispiel mit, wie die Strecke verläuft.

Warum würden Sie Kindern empfehlen, Radsport zu betreiben?

Schachmann: Ich glaube, der harte Sport kann in einer Trainingsgruppe dazu führen, dass man viele Freunde findet. Auch wenn man nicht Profi wird, vermittelt der Sport Werte und Disziplin, die einem im späteren Leben in jeder Lebenslage viel helfen können.

(dpa)