1. Karlo Clever

Karlo Clever: Wie malt ein Fotograf mit Licht?

Jahreswechsel : Wie malt ein Fotograf mit Licht?

Wer ausgefallene Bilder machen will, muss sich viel Mühe machen. Zu Silvester etwa malen manche Leute leuchtende Jahreszahlen für ihre Fotos. Wie geht das?

Es ist stockdunkel, keine Menschen weit und breit. Doch wie von Geisterhand hat jemand die leuchtende Zahl 2019 auf das Foto gemalt. Wenn Menschen an Silvester das neue Jahr begrüßen, sieht man solche Bilder häufiger. Doch wie kommen die leuchtenden Ziffern auf das Foto?

Fotografen benutzen dafür einen Trick: Die Rede ist von Langzeit-Belichtung. Normalerweise ist ein Foto in Bruchteilen einer Sekunde geknipst. Klick, fertig! Bei der Langzeit-Belichtung nimmt die Kamera aber für mehrere Sekunden auf.

„Innerhalb dieser sogenannten Belichtungszeit zeichnet die Kamera dann alles auf, was sich in der Zeit vor ihr befindet“, erklärt Lars Bauernschmitt. Er ist Experte für Fotografie.

Wenn jemand anderes das Foto macht, kannst du also irgendetwas mit Licht in die Luft zeichnen, zum Beispiel die Jahreszahl 2019. Auch dein Name, Herzen und andere Bilder sind kein Problem. Am Ende sieht man oft nur die helle Zahl oder das Wort auf dem Foto.

Als Licht-Quelle kann man etwa eine Taschenlampe, ein Feuerzeug oder Wunderkerzen verwenden. Auch das Rücklicht von einem Fahrrad oder bunt blinkende Leuchten können tolle Muster auf ein Foto bringen. Wirbele einfach mal ein paar Lichter vor der Kamera herum und schaue, was dabei herauskommt. Die Lichter so zu benutzen wie einen Malstift, braucht ein bisschen Übung. Schließlich sieht man erst später auf dem Foto genau, wie man das Licht in der Hand bewegt hat.

Wenn es richtig dunkel ist, klappen solche Bilder am besten. Dann lenken keine anderen Lichter von den Spuren der bewegten Lampen ab. Besonders viel Ausrüstung braucht man für all das nicht. Eines sollte aber nicht fehlen: ein Stativ.

Ein Stativ ist ein Ständer, auf den du eine Kamera stellen kannst. Von dort aus kann man immer denselben Bereich fotografieren. Außerdem müsste man bei einer Langzeit-Belichtung den Fotoapparat sonst die ganze Zeit ruhig in der Hand halten. Das ist kaum möglich! Die Fotos wären total verwackelt. Wer kein Stativ hat, stellt seine Kamera also besser auf eine feste Unterlage.

Jetzt fehlt nicht mehr viel bis zum fertigen Foto. Der Experte findet: Wer die Belichtungszeit an einer Kamera einstellen kann, kann mit jedem leuchtenden Gegenstand eine Spur auf sein Foto malen.

(dpa)