1. Karlo Clever

Karlo Clever:Riesenechsen im Stadtpark

Karlo Clever : Riesenechsen im Stadtpark

Sie sehen aus wie Eidechsen – nur viel größer. In Bangkok laufen Warane frei über die Straße und erschrecken so manche Urlauber. Wo kommen sie her? Und sind sie gefährlich?

Wenn du in Deutschland durch einen Park läufst, kannst du einige Tiere entdecken - Vögel etwa oder Kaninchen, vielleicht sogar einen Fuchs. Doch in der Stadt Bangkok in Thailand muss man mit viel größeren Tieren rechnen. Dort im Lumpini-Park sind grau-schwarze, schuppige Tiere mit langen Schwänzen unterwegs: Es sind Bindenwarane.

Das sind wirklich riesengroße Echsen. Einige von ihnen werden bis zu drei Meter lang. Normalerweise leben diese Tiere zum Beispiel in Regenwäldern. Doch hier in Bangkok finden sich viele von ihnen in Parks. Was machen sie mitten in Thailands Hauptstadt, einer Metropole mit etwa zwölf Millionen Einwohnern?

„Sie kommen von überall her“, sagt die Umweltschützerin Kanjana Nittaya. Das liege auch daran, dass immer mehr gebaut werde. „Die Warane flüchten also in die Grünanlagen der Stadt. Dabei kommen sie vor allem durch Abwasserkanäle in die kleinen Seen der Parks.“ Manchmal verirren sich die Tiere auch in Wohngebiete oder in einen Supermarkt. Ein Mann fand sogar mal einen großen Waran in seinem Badezimmer!

Für die Thailänder sind die freilaufenden Riesenechsen also recht normal – mehr als 100 von ihnen sollen im Lumpini-Park leben. Genauere Zahlen gibt es nicht. Vor zwei Jahren waren es sogar mehr als 200. Das waren aber zu viele - Wildhüter fingen einige ein und brachten sie in ein Tierreservat oder in Zoos.

Kanjana Nittaya meint aber: „Eine Umsiedlung bringt nichts! Es kommen sowieso wieder neue.“ Außerdem seien sie nützlich. „Sie gehören zum ökologischen Kreislauf.“ Sie essen andere Tiere, wie Insekten oder Fische. „Wenn es keine Warane gäbe, würden die Insekten immer mehr werden.“

Wer aber nur Kaninchen im Park kennt, bekommt vielleicht doch einen Schreck in Bangkok. „Die sind in echt viel größer als ich dachte, da bekommt man schon Angst!“, sagt die 17-jährige Zoe aus Köln. Sie macht in Bangkok gerade Urlaub. Mit ihrer Freundin Franziska fuhr sie auf dem Rad durch den Lumpini-Park, als ihr plötzlich ein zwei Meter langer Waran begegnete.

Für Menschen sind sie aber harmlos. „Jogger oder Fahrradfahrer wurden noch nie angegriffen oder gebissen“, sagt ein Parkwächter. Man sollte sie nur nicht anfassen. Das haben die Mädchen auch nicht vor. „Respekt habe ich schon vor denen“, sagt Franziska.

(dpa)