Die Arbeit einer Goldschmiedin: Ideen aus Gold und Silber

Die Arbeit einer Goldschmiedin : Ideen aus Gold und Silber

Achtung heiß! In dieser Werkstatt wird mit Feuer gearbeitet. Und auch Gold und Silber gibt es in der Werkstatt einer Goldschmiedin. Sie macht aus wertvollen Stoffen Schmuck.

Die Goldschmiedin Susanne Sous bindet sich eine Schürze um. Gerade beginnt sie mit der Arbeit an zwei goldenen Eheringen. Ein Paar hat die Ringe bei ihr in Auftrag gegeben. Susanne Sous hat eine kleine Werkstatt in der Hauptstadt Berlin.

Der erste Teil der Arbeit ist das Legieren. „Das bedeutet, dass ich Gold, Silber und Kupfer zusammenschmelze“, erklärt Frau Sous. Goldene Ringe sind nämlich gar nicht aus purem Gold. „Das wäre zu weich“, sagt die Goldschmiedin. „Ich verwende 750er Gold. Das heißt, von 1000 Teilen sind 750 Teile Gold und, in meinem Fall, 125 Teile Silber und 125 Teile Kupfer.“

Susanne Sous legt einige Silber-Kügelchen auf eine kleine Waage. Dann kommen Kupfer und Gold hinzu. Das reine Gold besteht aus kleinen Barren, sie wiegen genau ein Gramm. „Alles muss möglichst klein sein“, sagt Frau Sous. Selbst die winzigen Goldbarren sind noch zu groß. Sie werden ein paarmal durch eine Walze geschoben, dann kann Frau Sous sie mit der Schere klein schneiden. Immer wieder wiegt sie alles ab, damit das Verhältnis stimmt.

Nun kommt Feuer ins Spiel! Die Mischung aus Gold, Silber und Kupfer wird in einem feuerfesten Gefäß erhitzt. Bei mehr als 1000 Grad Celsius schmilzt alles. Frau Sous gießt es in eine Form. Nun hat sie eine kleine Stange 750er Gold hergestellt. Diese kommt für ein paar Minuten in ein chemisches Bad.

Anschließend widmet sich Frau Sous einem anderen Projekt. Sie setzt sich für diese Arbeit an ihr Werkbrett. So wird der Arbeitsplatz einer Goldschmiedin genannt. Er sieht aus wie ein Tisch, bei dem vorne ein halber Kreis ausgesägt wurde.

In einer Goldschmiede-Werkstatt gibt es allerhand Werkzeug. Bei Susanne Sous hängen viele verschiedene Zangen. Aber es gibt auch Sägen, Hammer und die große schwere Walze. Ihr kleinstes Werkzeug ist ein Bohrer. „Fast wie beim Zahnarzt“, sagt sie.

Und dann braucht Susanne Sous auch noch ein Werkzeug, mit dem sie zum Beispiel einen Ring perfekt kreisrund machen kann. „Dafür habe ich den Ringriegel“, sagt sie. Der sieht aus wie eine Stange, die unten dicker ist und oben dünner.

So kann sie Ringe in verschiedenen Größen herstellen. Auch für die Arbeit an den Eheringen wird sie den Ringriegel später gebrauchen.

Susanne Sous liebt an ihrer Arbeit vor allem, dass sie so vielseitig ist. Sie darf kreativ sein und neue Ideen umsetzen. „Das hier ist mein Spielplatz“, sagt die Goldschmiedin über ihre Werkstatt.

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