1. Karlo Clever

Blitze: Glühender Strom am Himmel

Blitze : Glühender Strom am Himmel

Blitze sind laut und glühen hell. Furchterregend und gefährlich wirken sie. Man sieht sie manchmal bei Gewittern. Aber wie entsteht der Strom eigentlich in den Wolken?

Früher glaubten die Menschen, wenn es blitzt und donnert, sei das ein Zeichen der Götter. Aber eher kein gutes! Man glaubte, die Götter seien zornig und wütend. Die Germanen hatten zum Beispiel sogar einen Donnergott. Den nannten sie Donar oder auch Thor.

Heute weiß man, Blitz und Donner haben nichts mit Göttern zu tun, sondern mit elektrischer Spannung.

Damit ein Blitz überhaupt entstehen kann, ist zuerst einmal feuchte Luft nötig. Diese wird von der Sonne erwärmt und steigt nach oben. Oben ist es kälter, deshalb kühlt sich die Luft langsam wieder ab. Es bildet sich Wasserdampf. Das ist ähnlich, wie wenn das Badezimmer nach der warmen Dusche vernebelt und beschlagen ist.

Im Himmel bildet sich aus dem Wasserdampf eine Wolke. Sie kann ziemlich riesig werden, erklärt der der Wetterexperte Andreas Friedrich. „Gewitterwolken sehen ein bisschen aus wie ein gigantischer Blumenkohl. Sie türmen sich mächtig auf, in eine Höhe von bis zu 13 Kilometern.“

In der großen Wolke herrscht ein heftiges Durcheinander: Denn die Wasserteilchen bewegen sich dort ständig hin und her. Sie steigen auf, kühlen ab, gefrieren und sinken dann in der Wolke wieder nach unten. Dabei tauen die Eiskristalle wieder auf und werden zu Wassertropfen. Diese Wassertropfen und Eisteilchen sind elektrisch aufgeladen und knallen ständig gegeneinander. Dabei wird ihre elektrische Ladung verändert.

„Die positiv geladenen Teilchen steigen in der Wolke nach oben, die negativ geladenen Teilchen sinken nach unten. Dadurch entsteht in der Wolke eine elektrische Spannung“, erklärt Andreas Friedrich. Irgendwann wird diese Spannung zu groß. Dann entlädt sie sich in einem Blitz. Ganz plötzlich fließt eine riesige Menge elektrischer Strom.

Viele Blitze bleiben in den Wolken

Von den meisten Entladungen bekommen wir Menschen aber nicht so viel mit. „Die meisten Blitze finden innerhalb der Wolken statt. Deshalb nennt man sie auch Wolke-Wolke-Blitze. Wenn man am Boden keinen Donner hört, sagt man dazu auch Wetterleuchten“, sagt der Fachmann.

Immer wieder passiert es aber, dass Blitze auch die Erde treffen. Den Weg, den der Blitz von der Wolke zur Erde nimmt, nennt man auch Blitzkanal. Dieser wird extrem heiß. Deswegen leuchtet der Blitz auch so hell. Wegen der Hitze wird auch die Luft um den Blitzkanal erwärmt, auf bis zu 30.000 Grad Celsius. Die Luft dehnt sich dadurch explosionsartig aus. So entsteht das typische Geräusch: der Donner. (dpa)

(dpa)