Karlo Clever: Gibt es Pfadfinder nur in Deutschland?

Karlo Clever : Gibt es Pfadfinder nur in Deutschland?

Alejandra, Paula und Matías fallen schon von Weitem auf. Denn die Kinder tragen die gleiche blaue Uniform. Dazu gehört ein Hemd mit Abzeichen und ein Halstuch. Alejandra, Paula und Matías aus dem Land Peru in Südamerika sind Pfadfinder.

Sie treffen sich jeden Samstagnachmittag mit zwölf anderen Pfadfindern im Hof einer Schule. Zusammen bilden sie eine Gruppe, die Wölflinge. Das ist die jüngste Gruppe der Pfadfinder.

Pfadfinder unternehmen oft Dinge gemeinsam, basteln und sind in der Natur unterwegs. Sie versuchen auch, anderen zu helfen. Es gibt sie in vielen Ländern der Welt, auch in Deutschland.

Drei Stunden lang treffen sich die Wölflinge mit ihrem Anführer. Sie spielen zusammen und lernen, wie man die Welt ein bisschen besser macht. Alejandra und Paula sind Schwestern. Alejandra ist acht Jahre alt, Paula ist sechs. Jedes Kind hat einen Spitznamen. Die Kinder nennen Alejandra „springender Wölfling“. Paula heißt „Wölfling mit sanfter Pfote“. Sie sind die aktivsten Kinder in der Gruppe: Sie machen bei jedem Spiel mit, lächeln viel und stellen viele Fragen.

Jedes Mal, wenn der Anführer ein Kind ruft oder ein Spiel beginnt, müssen die Kinder „Immer das Beste!“ rufen. Das ist das Motto der Wölflinge. „Wir rufen das, weil wir immer unser Bestes geben müssen“, erklärt Paula.

Alejandra, Paula und Matías wohnen in der Hauptstadt Perus: Lima. Ihre Häuser befinden sich im Stadtteil Comas. Da wohnen viele Menschen eng beieinander. Es ist dort sehr unordentlich und laut.

Alejandra und Matías können zu Fuß zur Schule gehen, weil sie sehr nah ist. Paula dagegen muss ein Moto-Taxi nehmen. Das ist wie ein Motorrad, aber auf drei Rädern und mit einem kleinen Dach. Die benutzt man öfter in Peru.

Nach der Schule, wenn auch die Hausaufgaben fertig sind, schauen Alejandra und Paula Zeichentrickfilme im Fernsehen und spielen mit ihren Puppen. Matías geht gern mit seinen Freunden aus dem Viertel Fußball spielen.

Wenn er groß ist, möchte Matías Fußballspieler werden. Paula will Sängerin sein. Alejandra weiß es noch nicht. Im Moment möchten aber alle noch mehr Abzeichen sammeln. Die bekommen Pfadfinder zum Beispiel als Erinnerung an ein Zeltlager, bei dem sie dabei waren. Oder als Nachweis, dass sie bestimmte Sachen können. Gut klettern etwa oder ein Zelt aufbauen. Alejandra, Paula und Matías haben bisher zum Beispiel schon den Radfahrer, den Beobachter und den Sammler. Die Abzeichen sind an ihren Uniformen angebracht.

(dpa)
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