Aachen: Es sägt und schraubt der Weihnachts-Bransch

Aachen: Es sägt und schraubt der Weihnachts-Bransch

Geschnitzte Elemente mit Bildern, zum Beispiel mit Engeln oder traditionell mit einer Krippe mit Josef, Maria und dem kleinen Jesus. Mit einer Lichterkette werden sie beleuchtet und zaubern somit ein richtig gemütliches Licht in den Raum. Diese Holzarbeiten nennt man Schwippbögen.

Ein Schwippbogen wird wegen seiner Beleuchtung durch elektrisches Licht oder Kerzen auch Lichtbogen genannt. Der Name leitet sich von dem eines Schwebe- oder Strebebogens ab. Das sind Formen, die sich in einer ähnlichen Form in der Architektur wiederfinden. Das Handwerk stammt aus dem Erzgebirge. Das ist eine Region im Osten Deutschlands an der Grenze zur Tschechischen Republik.

Ist es bei Dir Zuhause auch so schön weihnachtlich geschmückt? Hast Du vielleicht ein Fensterbild gebastelt oder eine Lichterkette ans Fenster gehängt? Viele schmücken in der Weihnachtszeit ihr Heim. Und manchmal stehen auch Holzarbeiten auf den Fensterbänken - zum Teil sind sie sogar handgefertigt wie die von Josef Bransch.

Solche Schwippbögen baut Josef Bransch. Im Keller des 63-Jährigen gibt es sogar eine kleine Ausstellung. Pyramiden, Fensterbilder, Laternen und natürlich ganz viele unterschiedliche Schwippbögen stehen dort. Fast alle sind beleuchtet. Josef Bransch ist nämlich gelernter Elektromeister. Mit Licht kennt er sich gut aus. Die Arbeit mit dem Holz hat er sich selbst beigebracht. Als kleiner Junge hat er damit begonnen. Durch Vaters Laubsäge — natürlich stets unter Aufsicht — hatte er den ersten Kontakt mit den Materialien. Nachdem er viele Jahre später bei dem Onkel seiner Frau auch solche Holzarbeiten entdeckte, fing er wieder an.

Ein Keller voller Holz

Inzwischen ist fast in jedem Kellerraum Holz zu finden. Denn in einem weiteren Zimmer ist seine Werkstatt. Dort verbringt er viel Zeit, denn es dauert lange, um die aufwendigen Holzarbeiten herzustellen. Für Karlo Clever hat er sogar eine eigene Lampe entworfen — eine Karlo-Clever-Lampe quasi. Die entsteht in vielen kleinen Schritten. Und das geht so: Zuerst muss Josef Bransch sein Motiv zeichnen. Das überträgt er mit dem Bleistift und einem Pauspapier auf eine Holzplatte. Er benutzt immer Birkensperrholz. Das ist besonders stabil. Dann legt er vier Platten aufeinander und schlägt mit einem Hammer ein Nägelchen rein. Dadurch brechen die einzelnen Platten nicht so leicht. Das weiß Josef Bransch, weil er viel Erfahrung hat, und er gibt den Tipp gerne an Dich weiter. Der nächste Schritt lautet: sägen.

Wenn Josef Bransch sägt, muss er sich sehr konzentrieren. Die vielen kleinen Konturen sollen ja exakt ausgesägt werden. Darum braucht er nach zwei bis drei Stunden eine Pause. „Am liebsten arbeite ich vormittags“, sagt er. „Dann ist man noch frisch und hat viel Energie.“ Seit fünf Jahren stellt Josef Bransch die Schwippbögen her. Seine Frau unterstützt ihn. Sie ist für die Dekoration zuständig. Kleine Figuren und Tiere, zum Beispiel Schafe, Ziegen, Esel und auch Bäume klebt sie auf den Boden des Bogens. So entsteht eine richtig lebendige Landschaft. Und ein Unikat — also etwas Einzigartiges.

Kräftig pusten, fertig!

Wenn Josef Bransch das Fensterbild ausgeschnitten hat, schleift er das Holz ab. „So sind alle Kanten glatt“, sagt er während er mehrmals mit Schleifpapier über das Bild fährt. Ein letztes kräftiges Pusten — fertig. Josef Bransch verbindet dieses Mal zwei Fensterbilder miteinander. So kann er zwischen die beiden Karlo-Clever-Fensterbilder noch eine Lichterkette anbringen. Und schon leuchtet Karlo Clever im Fenster.

Nun kannst Du auch selbst versuchen, so eine Holzarbeit herzustellen. Die Vorlage für das Fensterbild findest du hier.

(eli/lbe)
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