Breitengrade und Längengrade: Ein unsichtbares Gitter

Breitengrade und Längengrade : Ein unsichtbares Gitter

Breitengrade oder Längengrade kann man zwar nicht sehen. Aber diese gedachten Linien helfen dabei, jeden Ort in der Welt zu finden. Navigationsgeräte verwenden diese Koordinaten.

Land, Stadt, Straße, Hausnummer. Den eigenen Wohnort kann man ziemlich genau angeben. So weiß etwa der Postbote, wo er Briefe und Pakete abgeben muss. Oder an welcher Tür eine Freundin klingeln muss, wenn sie zu Besuch kommt. Aber wie gibt man einen Ort an, für den es keine Adresse gibt? Zum Beispiel einen versteckten See im Wald oder einen Platz in einem großen Park?

Dabei helfen besondere Zahlen. Sie werden geografische Koordinaten genannt. Jeder Ort auf der Welt lässt sich dadurch bestimmen, etwa auf dem Globus oder auf der tatsächlichen Erdoberfläche. Wenn dich zum Beispiel das Handy oder das Navigationsgerät im Auto zum Ziel führen, verwenden die Geräte dafür solche Koordinaten.

Diese richten sich nach einem unsichtbaren Gitter, das die gesamte Welt umspannt. Das Gitter besteht aus Längengraden und Breitengraden.

Die Breitengrade sind Linien, die die Erde umrunden. Jede Linie hat eine eigene Nummer. Der Breitengrad mit der Nummer Null ist der Äquator. Das ist der Breitengrad in der Mitte der Erde. Dort, wo der Umfang unseres Planeten am größten ist. Der Äquator teilt die Erde in eine Nordhalbkugel und eine Südhalbkugel. Von ihm aus kann man 90 Breitengrade nach Norden und 90 Breitengrade nach Süden abzählen. Jeder hat einen Abstand von rund 111 Kilometern zum nächsten Breitengrad.

Die Längengrade sind Linien, die vom Nordpol zum Südpol verlaufen. 360 Stück gibt es davon. Sie liegen senkrecht auf den Breitengraden. Auch unter den Längengraden gibt es einen mit der Nummer Null: den Nullmeridian. Er unterteilt die Erde in Ost und West. Der Nullmeridian liegt in Greenwich, einem Ortsteil von London. Das ist die Hauptstadt von Großbritannien.

Vom Äquator und dem Nullmeridian ausgehend kann man nun genau sagen, wo man sich befindet oder wo etwas liegt. Dazu zählt man die Breitengrade nach Norden oder Süden und die Längengrade nach Osten oder Westen ab.

Deutschland liegt zum Beispiel zwischen dem 47. und dem 55. Breitengrad nördlich des Äquators sowie dem 6. und dem 15. Längengrad östlich des Nullmeridians. So lässt sich jeder beliebige Ort auf der Erde mit nur zwei Zahlenwerten benennen. Zwischen den Graden kann man Stellen auch noch genauer verorten. Und zwar, indem man einen Längen- oder Breitengrad in sogenannte Minuten und Sekunden unterteilt.

So hat jeder Quadratmeter auf dem Planeten seine persönliche Adresse.

(dpa)
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