Aachen: Ein Riesenfrosch in großer Gefahr

Aachen: Ein Riesenfrosch in großer Gefahr

Dieser Frosch ist nur an einem Ort zu Hause: dem Titicacasee. Das ist der größte Süßwassersee in Südamerika. Daher hat das Tier auch seinen Namen: Titicaca-Riesenfrosch. Diese Tiere werden von der Schnauze bis zum Hinterteil etwa 14 Zentimeter lang. Misst man die Beine mit, sind sie noch viel länger, mehr als 30 Zentimeter.

Vor einiger Zeit gab es traurige Nachrichten über den Titicaca-Riesenfrosch. Viele dieser Tiere waren plötzlich gestorben. Umweltschützer Arturo Muñoz Saravia erinnert sich noch an die vielen toten Frösche. Sie tauchten vor allem in einem Teil des Sees auf, der zum Land Bolivien gehört.

Schon seit mehr als zehn Jahren beobachtet Arturo Muñoz Saravia genau, wie es den Fröschen geht. Aber das war neu. „Wir hatten keine Ahnung, welche Gründe das haben könnte“, sagt er. In einem flachen Teil des Sees gab es plötzlich gar keine Frösche mehr, in anderen Teilen waren sie viel kleiner als sonst.

Die Ursache, immerhin das weiß man jetzt, ist sehr wahrscheinlich der Mensch. Aus umliegenden Städten etwa werden Abwässer und Müll in den See geleitet. Außerdem werden über Flüsse und Bäche giftige Stoffe in den See geschwemmt. Auch das hat mit Menschen zu tun.

Doch es ist hauptsächlich das Abwasser der Städte, das dem See schadet, sagt der Experte. Die Abwässer wirken wie Dünger. Sie bieten Nahrung für Algen, die schnell wachsen. Am Tag produzieren diese Sauerstoff, den die Tiere zum Atmen brauchen. Das ist nicht schlimm.

Aber: In der Nacht brauchen die Algen selbst Sauerstoff. Sie nehmen ihn den Tieren also wieder weg, sagt Arturo Muñoz Saravia. Wenn Algen sich zersetzen, entziehen sie dem Wasser zusätzlich Sauerstoff. Der fehlt dann etwa den Fröschen.

Die vielen toten Frösche haben nicht nur Umweltschützer alarmiert. Politiker haben versprochen, etwas dafür zu tun, dass weniger Abwässer in den See fließen. Sie wollen mehr Klärwerke bauen.

Die Umweltschützer wollen nicht warten, bis die Versprechen eingelöst werden. Deshalb haben sie begonnen, einige Riesenfrösche aus dem See zu nehmen. Um sie wird sich an anderen Orten gekümmert. So hat man einige dieser Tiere gerettet, die sich später wieder vermehren könnten. Den Riesenfrosch gibt es ja nur im Titicacasee, nirgendwo sonst auf der ganzen Welt. Stirbt er nämlich aus, ist er für immer verschwunden.

(dpa)
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