1. Karlo Clever

Elb-Sandstein-Gebirge: Ein Reich der Gnome und Wichtel

Elb-Sandstein-Gebirge : Ein Reich der Gnome und Wichtel

Langsam zerbröseln die Felsen. Sandkorn um Sandkorn rieselt herab – und dadurch entstehen wunderschöne Formen! Bewundern kann man das in einem Nationalpark in Sachsen.

Einige Felsen sehen aus wie die Finger eines Riesen. Andere könnten versteinerte Köpfe sein. Und manche Felsen stehen so dicht beieinander, als würden sie miteinander schmusen. Diese lustigen Formen finden sich in einem Gebiet am Fluss Elbe. Ein Teil davon liegt im Osten von Deutschland, der andere Teil im Norden unseres Nachbarlandes Tschechien. Der Name des Gebietes ist lang: Elb-Sand-Stein-Gebirge.

Eigentlich ist das Elbsandsteingebirge aber gar kein Gebirge, sagt Christian Kubat. Er führt Schulklassen und andere Gruppen durch die Region. Er erklärt: Was für uns heute wie ein Gebirge aussieht, ist tatsächlich der langsam verschwindende Boden eines alten Meeres.

Vor etwa 100 Millionen Jahren gab es an der Stelle nämlich ein Meer. „Bäche und Flüsse haben viel Sand in das Meer gespült und am Boden abgelagert“, erklärt Herr Kubat. Das Meer und der Sand selbst haben durch ihr Gewicht die einzelnen Körner ganz fest zusammengedrückt, bis alles zu einer dicken Platte wurde.

Später verschwand das Meer und die Sandsteinplatte kam an die Oberfläche. Mit der Zeit bekam die Platte Risse. „Dort gelangte Wasser und Eis rein und hat die Platte weiter kaputtgemacht“, sagt der Experte.

Die interessanten Felsen, die wir heute sehen, sind das, was von der Sandsteinplatte übrig ist. Nach und nach gehe die Platte kaputt, sagt Herr Kubat. „Aber gerade das sieht wunderschön aus.“

Die Felsen in der Sächsischen Schweiz verändern sich ständig weiter: Wind und Regen waschen immer wieder Sandkörner weg. Aber das dauert viele viele Jahre.

In der besonderen Landschaft ist auch das Wetter speziell. Es herrsche oft ein umgedrehtes Klima, sagt die Expertin Daphna Zieschang. „Oben ist es dann warm und unten kalt.“ Sonne scheint fast nie herein, weil die Schluchten so eng sind. In den ständig feuchten Schluchten fühlen sich Moose, Flechten und Farne wohl. „Wir finden mehr als 350 verschiedene Moos-Arten“, sagt Frau Zieschang. Alles sei grün überwachsen. „Das sieht aus wie ein Reich der Gnome und Moos-Wichte.“

(dpa)