1. Karlo Clever

Kot von Tieren: Ein Häufchen sagt viel aus

Kot von Tieren : Ein Häufchen sagt viel aus

Um einen stinkenden Hundehaufen auf dem Gehweg macht man meist einen großen Bogen. Doch Tierärzte und Tierärztinnen sehen sich den Kot von Tieren sogar genau an.

Jeder Mensch und auch jedes Tier muss mal. Wer Nahrung zu sich nimmt, scheidet sie teilweise auch wieder aus. Der Kot besteht vorwiegend aus Bestandteilen von unverdauter Nahrung. Auch Sekrete, Bakterien und andere Stoffe sind darin enthalten. Manche liefern wichtige Hinweise über die Gesundheit eines Lebewesens. Deshalb hilft es zum Beispiel manchen Fachleuten, den Tierkot unter die Lupe zu nehmen.

In Zoos gehört das zur Arbeit der Leute, die dort arbeiten. Auch für Anja Hantschmann ist Tierkacke normaler Berufsalltag. Sie ist Tierärztin im Tierpark Berlin. „Wir untersuchen regelmäßig Kotproben von den Tieren“, sagt sie. Die kleinen und großen Haufen eines jeden Tiers werden mehrmals im Jahr untersucht. Das gilt vor allem, wenn sich ein Tier ungewöhnlich verhält.

Frisst ein Tier zum Beispiel nicht so gut, es wird dünner oder sein Kot sieht merkwürdig aus, dann schauen die Fachleute genauer hin. Im Labor findet Anja Hantschmann mehr heraus. Unter dem Mikroskop sieht die Ärztin beispielsweise, ob in der Tierkacke ungewöhnliche Schmarotzer enthalten sind. Das können Würmer sein oder deren Eier. Dann muss das Tier mit Arzneimitteln behandelt werden.

 Von oben nach unten links: Leopard, Eisbär, Flusspferd, Giraffe. Jeweils rechts dazu ist der passende Kot zu sehen. 
Von oben nach unten links: Leopard, Eisbär, Flusspferd, Giraffe. Jeweils rechts dazu ist der passende Kot zu sehen.  Foto: dpa/Philipp Brandstädter

Schon auf den ersten Blick erkennen die Fachleute am Kot, ob die Tiere gesund sind. „Wir sehen zum Beispiel, wie gut das Futter zerkleinert wurde“, erklärt die Expertin. „Daran kann man erkennen, ob mit den Zähnen alles in Ordnung ist.“ Auch schaut sie, ob der Kot zu flüssig oder zu fest ist. Und ob er durch Blut verfärbt ist oder Krankheitserreger darin sind.

Allerdings müssen die Fachleute wissen, wie die Würstchen, Kötel, Fladen und Haufen normalerweise aussehen. Das kann sich ziemlich unterscheiden. Na klar, je größer ein Tier ist, desto größer sind meist die Ausscheidungen. Ein Tier, das viel Wasser trinken kann, kackt flüssiger. Als Beispiel nennt Anja Hausmann Rinder: „Die Kuhfladen von den Hausrindern kennen die meisten Leute. Steppenrinder aber machen kleinere, trockenere Haufen. Denn die Tiere, die in trockenen Gegenden leben, müssen Wasser sparen.“

Einen großen Unterschied beim Kot macht es auch, ob das Tier Fleisch frisst oder Pflanzen. Fleischfresser machen nur ein bis zwei Mal am Tag ein Häufchen, Pflanzenfresser sehr viel öfter. Sie müssen schließlich mehr Futter verputzen, um daraus die nötige Energie zum Überleben zu gewinnen. Eine Schlange dagegen, die nur alle paar Tage oder Wochen mal ein Tier erbeutet und verschlingt, macht entsprechend weniger oft.

Auch die Farbe der Tierkacke unterscheidet sich. Frisst ein Tier viele grüne Pflanzen, kann der Kot grünlicher sein. Stehen süße Früchte auf dem Speiseplan, ist der Kot rot-braun gefärbt.

(dpa)