1. Karlo Clever

Karlo Clever: Echte Supertaucher

Karlo Clever : Echte Supertaucher

Schnabelwale geben den Forschern Rätsel auf. Weil sie lange unter Wasser bleiben können, bekommt man die Tiere selten zu Gesicht. Ihre Leibspeise finden sie tief unten im Meer.

„Es sind Riesen. Und trotzdem wissen wir unglaublich wenig über sie“, erzählt Fabian Ritter. Der Meeresbiologe beschäftigt sich mit ziemlich geheimnisvollen Tieren, den Schnabelwalen. „Schnabelwale sind extrem scheu. Von manchen Arten gibt es noch nicht einmal ein Foto“, sagt der Experte.

Sie werden je nach Art etwa vier bis 13 Meter lang und verbringen die meiste Zeit unter Wasser. „Manche Schnabelwale können mehr als zwei Stunden unter Wasser bleiben“, sagt Fabian Ritter. Das ist Rekord für ein Säugetier! Auch können sie besonders tief im Ozean hinabgleiten. Den Rekord hält der Cuvier-Schnabelwal. Wissenschaftler fanden heraus, dass diese Art fast drei Kilometer tief tauchen kann.

Dort unten, in den Tiefen der Meere, lebt ihre Leibspeise: Kalmare. Das sind große, zehnarmige Tintenfische. Wenn die Wale einen Kalmar erwischen, haben sie eine spezielle Fress-Technik: Sie zerbeißen ihre Beute nicht etwa, sondern saugen sie regelrecht ein.

Um so tief und so lange tauchen zu können, mussten sich Schnabelwale anpassen und ein paar Tricks entwickeln. „Die Knochen der Tiere sind zum Beispiel extrem dicht. Das bedeutet, sie sind besonders schwer“, erklärt der Meeresbiologe. Die Knochen dienen auch als Gewicht, wodurch die Tiere schnell und steil abtauchen können.

Vor dem Tauchgang speichern sie sehr viel Sauerstoff in ihren Muskeln und in ihrem Blut. Das funktioniert über besondere Stoffe in ihrem Körper. Bevor die Wale in die Tiefe abdüsen, atmen sie aus. Unter Wasser herrscht ein irrer Druck, der würde die Luft in der Lunge zusammenpressen. „Dadurch würde auch die Lunge gequetscht. Das verhindern die Tiere, indem sie vorher ausatmen“, erklärt der Fachmann. Wenn sie zurück aus der Tiefe kommen, müssen sie ähnlich wie Taucher einen Druckausgleich machen.

„Wenn der enorme Druck beim Auftauchen abnimmt, können sich im Blut kleine Gasbläschen bilden“, sagt Fabian Ritter. Die Bläschen sind gefährlich, weil sie die Blutgefäße verstopfen. Deswegen lassen die Tiere sich beim Auftauchen viel Zeit.

(dpa)