1. Karlo Clever

Geschichten-Wettbewerb: Der Prinz der Tapferkeit

Geschichten-Wettbewerb : Der Prinz der Tapferkeit

Den zweiten Preis in unserem Geschichten-Wettbewerb hat Britta Höppner aus Aachen gewonnen. Sie ist acht Jahre alt und hat ein spannendes Märchen geschrieben.

Es war einmal ein König, der hatte ein wunderschönes Schloss mit einer wunderschönen Tochter. Die Tochter wollte einen Mann haben, der sehr mutig und tapfer ist. Ein junger Bauer fand die Tochter so schön, dass er sie gerne heiraten wollte. Deshalb ging er zum König und fragte: „Welche Tat muss ich machen, um die Prinzessin zur Frau zu bekommen?“

Der König antwortete: „Du musst einen Kristall holen vom Kristallberg. Aber es gibt keinen Weg hinauf, und du musst davor noch eine weiße Schlange essen. Es gibt 13 Schlangen, die weiß sind und leben in einem alten Schloss leben.“

„Warum muss ich eine Schlange essen“, fragte der Bauer. „Danach kannst du sechs Stunden lang fliegen….“, antwortete der König. „…und dann fliege ich auf den Kristallberg!“, rief der junge Mann dazwischen.

„Genau. Du suchst dir den schönsten Kristall aus, und einen Weg nach unten gibt es zum Glück. Der führt aber in den Krokodilfluss hinein. Wenn du es geschafft hast, den zu überqueren, dann bekommst du, was du verdient hast.“, sagte der König.

Nach diesen Worten ging der Bauer nach Hause, packte drei Brote, ein Schwert und eine Axt ein. So machte er sich auf den Weg in den Wald. Nach vier Stunden kam er bei einem alten Schloss an, das schon ziemlich verfallen war und nicht schön aussah.

Britta Höppner hat mit ihrer Geschichte den 2. Platz in unserem Geschichten-Wettbewerb gewonnen. Foto: Karin Höppner

Der Bauer sah sich um und entdeckte einen dicken, alten Baum, der am Eingang der Burg stand. Blitzschnell versteckte er sich dahinter, machte ein Geräusch, sprang hervor und zog sein Schwert aus dem Gürtel. Da kamen die 13 weißen Schlangen. Der ersten entwischte er, der zweiten auch. Die dritte hätte ihn fast gebissen, da hackte er dieser Schlange den Kopf ab und packte den Schwanz. Dann rannte er davon.

Er kletterte auf einen Baum, die Schlangen konnten zum Glück nicht so gut klettern. Er aß die Hälfte der Schlange. Er musste sich fast übergeben, so schlecht schmeckte die Schlange.

Federn wuchsen ihm an den Armen. Er schlug mit den Flügeln und flog davon, gerade noch rechtzeitig, denn da war die erste Schlange schon oben auf dem Baum. Der Bauer flog immer höher, da sah er einen Berg, der glitzerte. Das konnte nur der Kristallberg sein.

Er flog so schnell er konnte darauf zu, weil er merkte, dass sich die Federn langsam auflösten. „Jetzt wird es Zeit, dass ich ankomme“, dachte er. Ein letzter Flügelschlag noch. Endlich setzte er ein Bein auf den Berg. Er hatte Riesenhunger und aß zwei Brote von seinem Proviant. Dann suchte er fast auf dem ganzen Berg. Dann erst sah er den schönsten Stein, den er je gesehen hatte. Der Stein lag auf der Spitze des Berges.

Er rannte los, immer höher. Langsam bekam er Höhenangst, doch da war er endlich oben und griff nach dem Stein, steckte ihn in einen Lederbeutel und lief nach unten. Von weitem konnte man ein blaues Band erkennen, das um den Berg floss. Als er ganz unten war, legte er sich ins Gras und schlief ein.

Am nächsten Morgen wurde er von einem Rauschen wach. Er öffnete die Augen. Er lag vor einem Fluss im Gras. Da erinnerte er sich. Schnell setzte er sich auf und schaute in seinen Beutel. Der Kristall war zum Glück noch da. Er überlegte eine ganze Weile, wie er über den Fluss kommen konnte, da kam ihm eine Idee.

Er lief zu einem Baum, zog die Axt hervor und fing an den Baum umzuhacken. Endlich fiel der Baum um. Er fiel fast perfekt (über den Fluss), nur über eine Lücke müsste er rüber springen. Er balancierte langsam über den Stamm. Er lief mindestens fünf Meter, da hatten ihn die Krokodile entdeckt. Sie stießen ohrenbetäubendes Gebrüll aus, und alle kamen angeschwommen, außer das kleinste Krokodil, das zwar auch kam, aber rief: „Steig auf meinen Rücken, ich bring dich auf die andere Seite.“

Die anderen Krokodile merkten davon nichts, und so war es ziemlich einfach auf die andere Seite zu kommen. Als Dankeschön gab der Bauer dem Krokodil ein Stück Schlangenfleisch und lief davon.

Es war später Nachmittag, als der Bauer das Schloss erreichte. Die Wachen fragten: „Du hast es geschafft? Du bist ja ein Prinz der Tapferkeit. Du darfst selbstverständlich rein.“ Als er im Thronsaal war, rief der König: „Du hast es geschafft!“

Die schöne Tochter sagte: „Ich habe auch gehofft, dass du mein Mann wirst, ich fand dich hübsch.“ „Ich dich auch“, sagte der Prinz und gab ihr den Diamanten. Und alle sagten zu dem Prinzen: „Du bist der Prinz der Tapferkeit“.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.