1. Karlo Clever

Querschnittslähmung: Der Körper gehorcht nicht mehr

Querschnittslähmung : Der Körper gehorcht nicht mehr

Manche Menschen sind querschnittgelähmt. Sie können ihre Beine und manchmal auch die Arme nicht mehr bewegen. Oft liegt das an einer Verletzung im Rücken.

Aufzustehen und sich ein Buch aus dem Regal zu holen, ist für viele von uns selbstverständlich. Das klappt allerdings nicht bei jedem Menschen. Manche können nicht einfach aufstehen und loslaufen. Sie sind querschnittgelähmt.

Vermutlich hast du schon jemanden in einem Rollstuhl gesehen. Vielleicht sitzt ja ein Freund oder eine Freundin von dir im Rollstuhl oder jemand aus deiner Familie. Wenn jemand querschnittgelähmt ist, hilft ihm der Rollstuhl, von einem Ort zum anderen zu kommen. Manchmal reagieren bei einer Querschnittlähmung aber auch die Arme nicht mehr.

Wieso funktionieren diese Körperteile nicht mehr? „Das passiert, wenn der Hauptkabelstrang im Körper verletzt worden ist“, erklärt Norbert Weidner. Er ist Arzt und leitet eine Klinik, die auf Querschnittlähmung spezialisiert ist.

Wichtig zu wissen: In der Wirbelsäule im Rücken verläuft ein dicker Nervenstrang. Dieser verbindet die Schaltzentrale im Gehirn mit den Muskeln in den Armen und Beinen.

Wenn du deinen Fuß bewegen willst, gibt das Gehirn den Befehl dazu. Er wird blitzschnell durch das Rückenmark in der Wirbelsäule an die Nerven weitergegeben, die bis zu deinem Fuß führen. „Bei einer Querschnittlähmung ist diese Verbindung unterbrochen worden“, sagt der Fachmann. Der Befehl aus dem Gehirn kommt nicht im Fuß an. Es ist nicht mehr möglich, den Fuß oder das Bein gezielt zu bewegen.

Wieso ist die Verbindung im Körper überhaupt unterbrochen? Das kann zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, aber auch bei Sportunfällen passieren. Zum Beispiel, wenn man beim Reiten heftig stürzt oder wenn man mit dem Kopf voran in ein flaches Gewässer springt. „Dann brechen die Knochen, die die Leitung im Rücken umgeben, in viele Teile“, erklärt Norbert Weidner. „Dabei quetschen sie diese Leitung so sehr, dass sie beschädigt wird.“

In manchen Fällen bleiben noch Reste einer Verbindung bestehen. Dann gelingt es oft mit viel Zeit in Spezialkliniken, dass der oder die Verletzte das Gehen wieder lernt. Wenn das nicht mehr funktioniert, lernen die Menschen, in einem Rollstuhl den Alltag zu meistern.

(dpa)