1. Karlo Clever

Legospielen ist nicht nur für Kinder: Der Chef der bunten Steine

Legospielen ist nicht nur für Kinder : Der Chef der bunten Steine

Niels Christiansen leitet die Firma Lego. Auch er baut sich ab und an noch seine eigenen Phantasiewelten aus den Bausteinen zusammen. Am liebsten macht er das mit seinen Kindern.

In vielen Kinderzimmern stehen Kisten voller Bausteine herum. Lego gehört zu den erfolgreichsten Spielzeugfirmen der Welt. Nicht nur in Kinderzimmern tauchen die Steine auf. Gerade läuft mal wieder ein Lego-Film in den Kinos.

Die Firma kommt aus unserem Nachbarland Dänemark. Ihr Chef heißt Niels Christiansen. Im Interview erzählt er, ob er selbst mit Lego spielt und ob er neue Produkte selbst testet.

Herr Christiansen, wie viele Steine stellt Ihre Firma jedes Jahr her?

Niels Christiansen: Wir produzieren ungefähr 100 Milliarden Steine im Jahr, die müssen alle ihren Weg in die richtige Box finden. Wenn du die Packung dann aufmachst und anfängst zu bauen, sollen die richtigen Steine drinnen sein. Nichts darf fehlen.

Das ist eine große Menge Steine! Gibt es von allen Farben gleich viele Steine?

Christiansen: Niemand weiß das so genau, aber ich glaube nicht. Wir produzieren nicht so und so viele Steine einer Farbe. Es hängt immer davon ab, welche Sets wir im Jahr produzieren und welche Farben wir dafür brauchen. Da sind wir sehr flexibel.

Spielen Sie selbst gern mit Lego?

Christiansen: Ich habe als Kind sehr viel mit Lego gespielt. Eines meiner ersten Sets war ein Haus mit kleinen Fenstern, die man auf- und zumachen konnte. Das war sehr cool. Mir hat vor allem immer gefallen, dass ich alles Mögliche mit den Steinen zusammenbauen konnte. Ich durfte immer im Wohnzimmer an meinen großen Projekten zwei bis drei Wochen lang arbeiten – bis meine Mutter gesagt hat: „Räum das jetzt auf!“

Und heute?

Christiansen: Ich baue auch heute noch gerne Lego, am liebsten Autos oder kompliziertere Sachen. Ich mag vor allem den Wow-Effekt, wenn ich fertig bin. Ich habe nur leider nicht mehr so viel Zeit dafür. Meine Kinder sind 20 und 22 Jahre alt – aber es macht immer noch Spaß, mit ihnen etwas zu bauen und so Zeit zu verbringen. Mein Haus ist voll mit Lego.

Woher bekommt eine Firma ihren Namen?

Wie soll ich meine Firma bloß nennen? Wer ein Unternehmen gründet, muss sich diese Frage irgendwann stellen. Viele Firmen entscheiden sich für eine Abkürzung. Dabei haben die Buchstaben oft mit den Namen der Gründer zu tun. So ist es bei vielen Firmen. Haribo zum Beispiel wurde 1922 von Hans Riegel in Bonn erfunden. Er produzierte die Süßigkeiten in seiner Firma HaRiBo. Übersetzt heißt das Hans Riegel aus Bonn.

Woher kommt der Name Lego?

Bei dem Spielzeug-Hersteller Lego ist es etwas anders. Das Wort Lego ist zwar auch eine Abkürzung. Sie wurde aber aus zwei dänischen Worten gebildet: Leg godt. Auf Deutsch heißt das Spiel gut. Die Firma wurde vor knapp 90 Jahren in Dänemark gegründet. Damals arbeiteten nicht mal zehn Mitarbeiter für das Unternehmen. Heute sind es mehr als 18.000 Menschen in vielen verschiedenen Ländern.

Mit was spielen Kinder am liebsten?

Woher weiß Lego eigentlich, was Kindern gefällt? Niels Christiansen sagt, dass Lego viel mit Kindern zusammenarbeite und sich dabei Inspirationen hole. Manchmal schicken Kinder auch Ideen und Wünsche direkt zu Lego. Christiansen sagt, die Firma wolle Kinder erreichen. Deswegen sei es sehr wichtig zu wissen, was sie gerne mögen.

(dpa)