1. Karlo Clever

Energiebedarf: Das Netz braucht Strom

Energiebedarf : Das Netz braucht Strom

Nachrichten schicken, Bilder gucken, arbeiten und lernen. Aus vielen Gründen verbringen wir Zeit im Internet. Der Energiebedarf dafür wird noch steigen, sagen Forscher.

Nachrichten abrufen, Bilder schicken und Videos schauen. Das Internet ist kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Auf der ganzen Welt surfen mehr als vier Milliarden Leute im Netz. Das ist mehr als die Hälfte aller Menschen überhaupt. Dadurch werden unbeschreiblich viele Daten kreuz und quer durchs Netz geschickt. Das verbraucht viel Energie.

Einerseits verbrauchen die Geräte, mit denen wir im Netz sind, Strom, also etwa Smartphones, Computer, Fernseher und Spielekonsolen. Andererseits ziehen auch die Rechenzentren sehr viel Strom. Internet-Fachmann Ralph Hintemann erklärt: „Damit das Internet überhaupt funktioniert, laufen rund um die Uhr Millionen von großen Computern. Nur so können die Fabriken, Banken und Geschäfte arbeiten und unsere Apps und Spiele überhaupt laufen.“ Diese Computer stehen in Rechenzentren. „In riesigen, fensterlosen Hallen rechnen dort die Computer, damit wir jederzeit von fast überall auf der Welt Daten abrufen können.“

Zum Rechnen müssen die Computer mit Strom versorgt werden. Außerdem müssen sie in den Rechenzentren von Klimaanlagen und Lüftern gekühlt werden. Denn die Computer produzieren beim Arbeiten viel Wärme. Ohne dauernde Kühlung würden die Rechner heiß laufen und kaputt gehen. „Große Rechenzentren verbrauchen etwa so viel Strom wie eine kleine Großstadt“, erklärt Ralph Hintemann.

Der Strombedarf wird sogar noch größer werden. „Zunächst steigt die Zahl der Leute, die überhaupt online sind“, sagt der Experte. „Doch auch die Art und Weise verändert sich, wie wir im Netz surfen.“ Denn wir sind jeden Tag immer länger im Internet. Dabei schauen wir immer mehr Videos und Filme. Die benötigen mehr Daten als etwa Texte und einzelne Bilder – und somit auch mehr Strom.

Bei vier Milliarden Leuten im Internet kommt da ganz schön viel zusammen. „Die Datenmenge, die weltweit übertragen und verarbeitet wird, verdoppelt sich etwa alle drei Jahre. Und diese Übertragung steigt an“, sagt Ralph Hintemann. Doch auch wenn das Internet viel Energie verbraucht: Anderswo spart es Strom und auch Treibhausgase ein. Denn wer im Internet-Lexikon nachschlägt, muss kein Buch kaufen. Wer online einkauft, muss nicht extra zu einem Laden in der Stadt fahren. Geschäftsleute, die ihre Kolleginnen und Kollegen auf Videokonferenzen treffen, sparen sich vielleicht die Anreise mit dem Auto oder sogar einen Flug.

(dpa)