1. Karlo Clever

Gesellschaftsspiele: Das Lieblingsfach wird zum Beruf

Gesellschaftsspiele : Das Lieblingsfach wird zum Beruf

Für ein Gesellschaftsspiel braucht es nicht nur Regeln und Würfel, sondern auch schöne Karten oder einen Spielplan. Um ihre Gestaltung kümmern sich Spiele-Illustratoren.

Das Arbeitszimmer von Michael Menzel ist randvoll mit Spielen. Unzählige Kartons lagern in den Regalen. Auf dem Schreibtisch umrahmen Spielfiguren, Karten und Würfel sein wichtigstes Werkzeug: ein großes Grafik-Tablet zum Zeichnen. Als Spiele-Illustrator sorgt er für die Zeichnungen auf Karten, Kartons und dem Spielplan. Ohne seine Ideen wäre ein Spieleabend mit der Familie also eine ziemlich farblose Angelegenheit.

Im Moment arbeitet der 45-Jährige an zehn Spielen gleichzeitig. Für einige zeichnet er nur die Figuren auf den Karten, für andere müssen auch der Karton, das Brett und die Anleitung gestaltet werden. „Meine Zeichnungen sollen nicht nur schön aussehen, sondern auch praktisch sein“, erklärt er. Zahlen auf den Karten etwa müssen gut lesbar sein. Auf dem Spielplan muss genug Platz für Felder und Figuren bleiben. Um ein Gefühl für die Spiele auf seinem Schreibtisch zu bekommen, probiert er sie aus – am liebsten mit seiner Familie.

Was für ein gutes Spiel nötig ist, weiß Michael Menzel also. Er hat auch schon selbst zwei erfunden. Die Idee zu „Die Legenden von Andor“ entstand im Familienurlaub. Zusammen mit seinem Sohn suchte er nach einem guten Spiel mit Kriegern und Drachen. In diesem Jahr folgte ein zweites, es geht um Robin Hood.

Kunst als Lieblingsfach

Nur noch Spiele zu entwickeln, kommt für ihn aber nicht infrage. Dafür ist seine Liebe zum Zeichnen zu groß. Schon in der Schule war Kunst sein Lieblingsfach, erzählt Michael Menzel. Sein Talent fiel schnell auf. 

Er beschloss, auch nach der Schule seiner Leidenschaft treu zu bleiben und machte eine Ausbildung zum „Gestaltungstechnischen Assistenten“. Anfangs gestaltet er noch Grafiken für Computerspiele, dann wechselt er zu Papier und Würfeln. Eine gute Entscheidung: „Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich keinen Stift in der Hand hatte. Das ist ein tolles Gefühl“, sagt Michael Menzel.