1. Karlo Clever

Peking: Ausstellung: Ai Weiwei regt zum Nachdenken an

Peking : Ausstellung: Ai Weiwei regt zum Nachdenken an

Ai Weiwei ist einer der berühmtesten Künstler der Welt. Er lebt in China, einem großen Land in Asien. Ein Künstler wie er macht viele Sachen, die er ausstellt. Mit seiner Kunst will er die Leute zum Nachdenken bringen.

Ai Weiwei nimmt zum Beispiel normale Möbel und baut daraus Kunstwerke. Einmal hat er alte chinesische Türen zu einem Turm zusammengebaut. Damit wollte er an alte Häuser erinnern, die abgerissen wurden. Auch schreibt er einfach „Coca-Cola” auf eine uralte Vase. Da fragen sich alle, wie das wohl zusammenpasst.

Wenn die Leute darüber nachdenken, warum Ai Weiwei so etwas macht, hat er sein Ziel eigentlich schon erreicht: Die Kunst hat den Kopf der Leute in Schwung gebracht. Sie kommen auf Gedanken, die sie sich sonst vielleicht nie machen würden.

Ai Weiweis bisher größte Ausstellung findet im Moment in Berlin statt. Dort hat er über 6000 uralte Hocker ausgestellt. Damit will der 56-Jährige daran erinnern, dass sich das Leben vieler Menschen in China im Laufe der Zeit stark verändert hat. Viele Menschen pflanzen nicht mehr auf ihren Feldern an. Sondern sie arbeiten heute in Fabriken und wohnen in Städten. Auf dem Land gibt es solche Hocker oft, in den Städten nicht.

Ai Weiwei denkt sich ständig etwas Neues aus. Er sagt mit seiner Kunst auch, wenn er etwas in seinem Land schlecht findet. Er ist nicht nur Künstler, sondern auch jemand, der offen gegen Unrecht kämpft. Es gibt in China nicht viele Menschen, die sich wie Ai Weiwei trauen, den Mund aufzumachen. Denn die Polizei kann jemanden einfach wegsperren.

Auch Ai Weiwei bekommt immer wieder Probleme. Er wurde knapp drei Monate ins Gefängnis gesteckt. Ihm wurde vorgeworfen, krumme Dinge gedreht zu haben. Experten glauben aber: Es ging darum, ihn daran zu hindern, dass er die Regierung kritisiert. Ai Weiwei wurde auch der Reisepass abgenommen. Deswegen kann der Künstler auch nicht nach Berlin zu seiner eigenen Ausstellung reisen.

(dpa)