1. Karlo Clever

Hamburg: Aus dem Gestein in die Flasche

Hamburg : Aus dem Gestein in die Flasche

Gegen großen Durst hilft ein Glas Wasser. Das ist auch leicht zu haben. Aber wer weiß schon, dass ein Mineralwasser tief aus dem Inneren der Erde geholt wird?

Durst kann brennen wie Feuer! Er lässt sich aber super mit Wasser löschen! Das geht mit Trinkwasser aus der Leitung, aber viele Menschen greifen auch zu Mineralwasser aus der Flasche. Das sprudelt oft auch noch.

Doch wie kommt dieses Wasser zu uns? Das Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist Grundwasser, das an Brunnen aus dem Boden an die Oberfläche gepumpt wird oder an Quellen, aus denen Wasser an die Erdoberfläche gelangt, etwa als See oder Bach. Dort wird es aufgefangen und später gereinigt und weiterverteilt.

Wer aber Mineralwasser trinken möchte, muss in der Regel viel tiefer gehen. Denn es liegt teilweise Hunderte Meter unter Gestein. Damit kennt sich Peter Hempel aus. Er ist Geologe, also Fachmann für Gesteinsschichten und Grundwasser. Er hilft Firmen, Mineralwasser zu finden.

Dazu muss zur Probe ein tiefes Loch gebohrt werden, bevor ein Brunnen gebaut wird. Wo genau die wasserführende Schicht liegt, kann nur geschätzt werden, sagt Stefan Ohligschläger. Er arbeitet für die Firma Wittenseer Quelle, die in Norddeutschland Mineralwasser produziert und verkauft. Bei diesen Schätzungen hilft das Wissen von Geologen wie Peter Hempel. Etwas Glück ist auch nötig. Das ist dann wichtig, denn: „Eine Bohrung ist sehr teuer. Wenn man dann kein Wasser findet, hat man viel Geld verloren“, sagt Stefan Ohligschläger.

Trifft man aber auf Wasser, kann es im Brunnen mit einer Pumpe über Rohre nach oben befördert werden. Dort wird es auch direkt abgefüllt. „Wasser muss dort, wo es hochgepumpt wird, auch weiter verarbeitet werden“, erklärt Stefan Ohligschläger. Denn durch einen Transport könnten vielleicht ungesunde Keime ins Wasser gelangen. Deshalb sind solche Transporte verboten. „Trinkwasser muss ständig kontrolliert werden. Deshalb müssen wir viele Proben nehmen und prüfen, ob in dem Wasser Keime sind“, sagt Stefan Ohligschläger.

Ursprünglich war das Mineralwasser übrigens Regenwasser. Erst sickerte es durch den Boden, in dem etwa Pflanzen wachsen, dann durch tiefere Gesteinsschichten. Auf dem Weg durch diese Schichten und wird das Wasser gefiltert und gereinigt. Zugleich gelangen Minerale hinein. Das sind Stoffe, die für unsere Körper wichtig sind.

Ist das Wasser auf seinem Weg auch durch Vulkangestein gereist, kommt häufig noch etwas hinzu: die Kohlensäure, kurz CO2. Die macht die Sprudelbläschen! Man kann sie aber auch nachträglich zufügen: „Das ist ungefähr so, als wenn man Luft mit einem Strohhalm in Wasser pustet – nur mit viel mehr Kraft. Luft wird aber vom Wasser nicht so gut angenommen, wie CO2“, erklärt Stefan Ohligschläger.

Jetzt kann das Wasser auf seinen letzten Weg gehen: erst in die Supermärkte und Getränkemärkte, dann in den Mund: Durst löschen!

(dpa)