Hückelhoven: Kanaldeckel werden zur Zierde des Stadtbildes

Hückelhoven: Kanaldeckel werden zur Zierde des Stadtbildes

Auch wenn die Zeche in Hückelhoven längst der Geschichte angehört, wird die Bergmannstradition weiter aufrechterhalten. Vor dem Rathaus wurde jetzt ein Motivkanaldeckel enthüllt und offiziell der Stadt übergeben. Gestiftet wurde er vom Förderverein Schacht 3 und erinnert an den 75. Jahrestag der Inbetriebnahme des Schachtes 3.

1934 bekam die Zeche vom preußischen Bergamt die Betriebserlaubnis. Daran soll der Deckel erinnern, der vom Vereinsvorsitzenden Franz-Josef Sonnen und Bürgermeister Bernd Jansen im Rahmen einer kleinen Feierstunde enthüllt wurde.

Zu sehen ist der Förderturm des Schacht 3, der heute zu den Wahrzeichen der Stadt gehört. Bürgermeister Jansen bezeichnete den Turm als Wahrzeichen und Botschafter der Stadt. So sei es nur richtig, im Ortskern ein Bekenntnis zur Geschichte und Tradition abzulegen.

Er lobte die Arbeit des Fördervereins zur Neuorientierung der Stadt, die jedoch nicht mit dem Vergessen der Geschichte einhergehen dürfe. „Wir brauchen kreative Leute wie euch”, erklärte er und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Aktion Nachahmer finden werde.

Auch Franz-Josef Sonnen hofft auf Nachahmer und darauf, das „irgendwann der letzte verrostete Kanaldeckel aus der Innenstadt verschwunden” sein werde.

Sonnen hob die Verbundenheit der Bergleute zu ihrer Heimatstadt hervor, die sich auch in dem Sonderstempel niederschlägt, der bei der Post beantragt wurde und der sich bundesweit großer Beliebtheit erfreut.

Am 6. September wird anlässlich des Stadtfestes ein mobiles Postamt in Hückelhoven Station machen und den Sonderstempel auf die Briefmarken der Besucher aufdrücken.

Auf die Idee mit dem Motivkanaldeckel kam Sonnen bei einem Besuch in Bad Kreuznach, wo viele der Unikate in der Innenstadt zu finden sind. „Einer muss ja den Anfang machen”, beschloss er und gab kurzerhand nach Absprache mit der Verwaltung einen solchen Kanaldeckel bei einem Unternehmen in Süddeutschland in Auftrag.

Der bronzene Deckel hat einen Durchmesser von rund 50 Zentimetern, wiegt knapp 260 Kilogramm und ist abschließbar, damit er nicht von übereifrigen Sammlern ausgehebelt werden kann.

Nun hofft Sonnen, dass sich auch noch andere Vereine oder Privatpersonen in Hückelhoven finden, die dem Beispiel des Fördervereins folgen und ebenfalls einen Deckel stiften. Themen und Motive gebe es in der Stadt genug, betonte er. Musikalisch begleitet wurde die Einweihung vom Bergchor.

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