Heinsberg: JVA-Anwohner übergeben Petition an Bernd Krückel

Heinsberg: JVA-Anwohner übergeben Petition an Bernd Krückel

Das habe er so nicht kommen sehen, gibt der Landtagsabgeordnete Bernd Krückel (CDU) unumwunden zu. Von den Problemen, die die Anwohner seit der Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus der Justizvollzuganstalt (JVA) Heinsberg haben, sei er überrascht worden.

Am Mittwoch, vor Ort, überreichten ihm Anwohner eine Petition, die er mit nach Düsseldorf genommen hat. Darin schildern sie ihre Situation: Lärmbelästigungen, Lichtemissionen durch Scheinwerfer und das Bedrohungsszenario, das sich aus ihrer Sicht vor ihrer Haustür entwickelt hat.

Krückel war stellvertretendes Mitglied im inzwischen aufgelösten Petitionsausschuss. „Außerdem war man vor geraumer Zeit an mich herangetreten, ob ich nicht Mitglied des JVA-Beirats werden will, deshalb habe ich mich schon länger intensiver mit dem Thema befasst”, erklärte er. Als Anwohner sich mit ihren Sorgen direkt an ihn gewandt hatten, hatte er ihnen geraten, einen Petition zu verfassen. Die erste Sitzung des neuen Parlaments wird am 31. Mai stattfinden, eine der ersten Aktionen werde dann auch sein, einen vorübergehenden Petitionsausschuss zu berufen, meinte Krückel. An diesen werde er dann die Petition der JVA-Anwohner überreichen. Er teile ihre Ansichten: „Die Wohnsituation der Anwohner ist erheblich beeinträchtigt, wenn sich da bald nichts tut”, sagte er weiter. Auch Ortsvorsteher Franz Jakobs hat sich inzwischen mit einem Brief an Ministerium und Landtag gewandt.

Der Petitionsausschuss lässt alle Beteiligten zu Wort kommen - ein Punkt, der den Anwohnern sehr wichtig ist, zumal sie sich derzeit nicht von allen Verantwortlichen ernstgenommen fühlen. „Weder der Bau- und Liegenschaftsbetrieb noch das Ministerium haben bislang reagiert„, sagte Guido Siebert, der die Petition maßgeblich verfasst hat. „Das ist schon ein bisschen unhöflich.” Der BLB ist für bauliche Aspekte zuständig, das Ministerium für Belegung und Personal.
Die 77 Unterzeichner der Petition werfen dem BLB vor, dass „jedem versierten Architekten (...) die aus der geplanten Bebauung resultierenden Schwierigkeiten ins Auge” (...) hätten springen müssen. „Offenbar wurden sie schlicht ignoriert.” Und: Der Landtag sei nicht über die zusätzliche, neun Millionen Euro teure Erweiterung informiert worden.

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