Eischwiele: Jetzt gehört die ganze Stadt dem Prinzen!

Eischwiele : Jetzt gehört die ganze Stadt dem Prinzen!

Der Mann ist das beste Beispiel dafür, dass auch aus einem drögen Nordlicht noch ein (fast) echter Fastelovendsjeck werden kann: Walter Lubke.

Irgendwo im Süden Hamburgs geboren, ist der Wahl-Kalifornier heute Präsident der Vereinigung deutsch-amerikanischer Karnevals-Verbände in den USA.

Der oberste Jeck der USA also. Das macht Hoffnung, dass der Fastelovends-Virus in Noch-Diaspora-Gebieten weiter um sich greift. Weltweit: So lasst uns sein ein einig´ Volk von Jecken!

Walter Lubke, eigens über den Großen Teich geflogen, gehörte zu den zahlreichen Gästen, die Börjemeeste Rudi Bertram am Samstag im Ratssaal begrüßte. Nachdem er sich zuvor am Narrenbrunnen den anstürmenden Hundertschaften Uniformierter unter Führung von Prinz Stephan II. und Zerm Leo kampflos ergeben hatte.

Wie stets hatten tausende von Zuschauern die Straßen der Innenstadt gesäumt, als Dutzende von Musikzügen, Mariechengruppen und aller Arten männlicher Uniformträger im Gleichschritt (naja) hinter ihren Fahnenträgern Richtung Ratssaal marschierten. Dort kündigte wie stets Zerm Leo das Erscheinen Seiner Tollität an: „Ich bitte um Einmarsch für einen wunderbaren Menschen, einen guten Freund und klasse Prinzen: Stephan II.!”

Und der, im Triumphzug auf die Bühne marschiert, erlebte ebenso wie die geballte Prominenz aus Fastelovend, Politik und Partnerstädten - erstmals mit von der Partie: Wattrelos´ neuer Stadtdirektor Eric Pelisson - ein kleines, aber umso feineres Programm. Den Auftakt machte die Brass-Els-Kapelle der Hastenrather Eefelkank unter Leitung von Egon Engel. Seit 40 Jahren bereits stoßen die Männer aus dem Land der Zwerge in die Trompeten.

Noch ganz neu im „Geschäft” ist dagegen Gina Schmitz, Kindertanzmariechen des Garderegiments Weiß-Rot, das sein Publikum ebenso zu begeistern wusste wie kurz darauf Vanessa Jungbluth, Tanzmarie der Narrenzunft Pumpestich, der Heimatgesellschaft von Prinz Stephan. Augenweiden boten auch die Tanzpaare der Scharwache und der Blauen Funken Weisweiler: Erstere - Anna Pütz und Thomas Carduck - tanzten zur Live-Musik des Regimentsspielmannszugs Grün-Weiß-Lohn unter Leitung von Thomas Graff.

Jetzt ist damit Schluss: Während Anna Pütz weitermacht, hängt Thomas Carduck die Schuhe des Tanzoffiziers an den Nagel. Dasselbe tun auch die Blauen Funken Sabrina Meier und Darius Pikarski: Die Gala im Rathaus war ihr vorletzter Auftritt.

Sicher noch einige Jahre erhalten bleiben werden uns die Inde-Singers. Die stehen - wie die Brass-Els-Kapelle - gerade mal seit gut 40 Jahren auf der Bühne. Mit Christian Leuchter haben sie einen Motor, der nicht nur die eigene Gruppe, sondern auch viele andere mit zündenden Fastelovendssongs versorgt und nicht zuletzt auch einer der Gründer unseres „Jecke-Tön-Festivals” ist. Komitee-Präsident Norbert Weiland zeichnete ihn jetzt mit dem Silbernen Stern des Komitees aus.

Eine Auszeichnung erfuhr auch Prinz Stephan II.: Er durfte sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Zuvor hatte er von Rudi Bertram den Stadtschlüssel entgegengenommen. Sein Kommentar. „Würd´ ich den nutzen, um in die Stadtkasse zu schauen, dann ständ mir nach Karneval nicht mehr der Sinn. Ich schließe damit lieber Eure Herzen auf!”