Aachen/Eschweiler/Köln: Jecke feiern bei den Rosenmontagszügen in der Region

Aachen/Eschweiler/Köln : Jecke feiern bei den Rosenmontagszügen in der Region

Alaaf und Kamelle - noch vor dem großen Regen und Sturm ist der Höhepunkt des Straßenkarnevals über die Bühne gegangen. In Aachen, Eschweiler, Köln oder auch Düsseldorf feierten hunderttausende Narren bei den Rosenmontagszügen begeistert am Straßenrand. Schon Stunden vor der Ankunft der Züge hatten sich zahlreiche Jecken mit Provianttaschen entlang des Weges postiert.

Aus Lautsprechern und anliegenden Kneipen schallten Karnevalslieder, zu denen die Wartenden schunkeln, bis der erste Wagen in Sicht kam - von da an ging es darum, möglichst viel Kamelle zu sammeln.

Thomas III. lässt in Aachen Kamelle regnen

In Aachen zogen 168 Gruppen mit insgesamt mehr als 5000 Teilnehmern durch die Stadt. Mit einer Zuglänge von insgesamt sechs Kilometern wurde den Schaulustigen am Straßenrand auch in diesem Jahr wieder einiges geboten. Aachens Karnevalsprinz Thomas III. (Jäschke) genoss den Höhepunkt des Straßenkarneval in vollen Zügen und feuerte Kamelle aus allen Rohren.

Im Vergleich zum Vorjahr strömten deutlich mehr Jecke in Richtung Zugweg. Die Veranstalter schätzten die Zahl der Zuschauer an der Wegstrecke bis zum Templergraben auf 250.000. 2016 waren es dagegen nur 130.000.

Dass Thomas III. auch noch mit Petrus eine fast perfekt getaktete Partnerschaft hinbekommen hatte, das stellte sich an seinem großen Tag heraus. Erst als sich der Rosenmontagszug des Jahres 2017 schon fast dem Ende näherte, pfiff es kurzzeitig mächtig durch die Straßen der Innenstadt und Regen fiel vom Himmel.

„Eischwiele — Do Kopp voll jecke Tön“

Die Eschweiler Karnevalisten hatten dem Motto ihres Rosenmontagszugs, das in diesem Jahr „Eischwiele — Do Kopp voll jecke Tön“ lautete, alle Ehre gemacht. Bei bestem Wetter zogen Hunderte bunt Kostümierte durch die Straßen der Innenstadt und wurden von Zigtausenden Zuschauern am Straßenrand bejubelt. Die Zugteilnehmer, allen voran Prinz Ralf II. und Zeremonienmeister Georg, brachten reichlich Rosen und Kamelle unters Volk.

Trump bei den Zügen in Düsseldorf und Köln

Bei den Rosenmontagszügen in Köln und Düsseldorf war die meistpersiflierte Person auf den Wagen Donald Trump. In Düsseldorf - bekannt für seine besonders freche Satire - versuchte der US-Präsident, die vor ihm knieende Freiheitsstatue zu missbrauchen.

Man habe die Wagen bewusst drastisch gestaltet, um zu zeigen, wie gefährlich die Situation sei, sagte Wagenbauer Jacques Tilly am Montag der Deutschen Presse-Agentur. In Köln kam Donald Trump als Neuling in eine Schulklasse und griff dort der Freiheitsstatue unter den Rock.

Die bunt kostümierten Narren feierten dabei ausgelassen wie immer,wobei der Betrieb in Köln und Düsseldorf nicht so groß zu sein schien wie in den Vorjahren. Die Veranstalter schätzten aber, dass sich rund eine Million Jecken in Köln vergnügten. In Düsseldorf waren nach einer Schätzung des Comitees Düsseldorfer Carneval 600.000 Feiernde auf den Beinen.

Pferd stürzt und bleibt liegen

Im Kölner Zug liefen und fuhren mehr als 10.000 Menschen mit und brachten 300 Tonnen Süßigkeiten unters Volk. Am Nachmittag stürzte ein Pferd und blieb auf der Zugstrecke liegen, so dass die Narren-Kolonne vorübergehend stockte.

Die Zugstrecke wurde in Köln von 1700 Polizisten bewacht, in Düsseldorf waren es rund 1000. Große Zufahrtsstraßen wurden mitunter von Wasserwerfern und anderen großen Polizeifahrzeugen blockiert. Sowohl in Köln als auch in Düsseldorf war die Innenstadt für Lastwagen gesperrt, aus Vorsorge gegen Terroranschläge wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt.

Auch in Aachen präsentierte sich die Zahl der Ordnungshüter rekordverdächtig. Schon im vergangenen Jahr war diesbezüglich personell mächtig aufgerüstet worden — seinerzeit wegen der Ausschreitungen der Silvesternacht in Köln. Doch diesmal kommt noch einiges obendrauf — auch materiell.

(red/dpa)