Hückelhoven: James Blunt erobert die Hückelhovener Herzen im Sturm

Hückelhoven: James Blunt erobert die Hückelhovener Herzen im Sturm

„Hello Höckelhoooouven“, schallte eine Stimme mit unverkennbar britischem Akzent über das alte Zechengelände Sophia Jacoba. Und unverkennbar war es die Stimme von James Blunt, weltweit gefeierter Popstar. Unter ohrenbetäubendem Applaus wurde er am Donnerstagabend von über 3000 Fans in Hückelhoven empfangen.

„We have been to North-America, to Asia, to Scandinavia “, zählte er seine bisherigen Stationen seiner Welttournee „The Afterlove “ auf. „And now we are at the most important place “, rief er seinem Publikum zu. Und jetzt seien sie am bedeutendsten Ort überhaupt. Damit hatte er natürlich sofort alle Sympathien auf seiner Seite.

Im Schatten des alten Förderturms fand das Konzert statt, eine einmalige Kulisse, in der James Blunt seine Fans restlos begeisterte. Foto: Sebastian Riechel

Für viele Besucher war es bis zu diesem Moment ein langer Weg. Schon Stunden zuvor fanden sich viele direkt vor der Bühne ein. Denn nur hier gibt es ja bekanntlich die allerbesten Plätze. Und dann fing es auch noch in Strömen an zu regnen. Schicksal sollte man meinen. Da kommt ein Brite nach gefühlt monatelanger Trockenheit zu uns und schon hat er das typisch-englische Wetter mit im Gepäck.

Aber so wenig das die vielen Besucher störte, so wenig machte sich auch Voract Malik Harris etwas daraus. Der 20-jährige Singer/Songwriter kam sogar ohne Schuhe auf die Bühne, während an den Seiten noch große Pfützen standen. Denn nur so konnte er seine Loop-Station bedienen. „Ich bin auch eher ein Mann der leiseren und sanfteren Töne“, erklärte er nach den ersten zwei Songs. Einen sehr viel passenderen Voract hätte es also nicht geben können. „Hückelhoven werde ich mich merken, ich seid wirklich absolute Spitze“, verabschiedete sich Malik Harris von der Bühne.

Inzwischen war auch der junge Joshua aus Wassenberg zusammen mit seiner Mutter ganz vorne angekommen. In seiner Hand, leicht versteckt, hielt er noch eine besondere Rarität. Bei genauerem Hinsehen erkannte man ein Autogramm auf seiner roten Handy-Hülle. Und das natürlich von James Blunt höchstpersönlich. „Das habe ich eben beim Meet n greet bekommen“, erzählte der Schüler noch ganz aufgeregt.

Dabei war das Treffen ein reiner Glücksfall. „Meine Mutter hat mir die Tickets schon vor Wochen zum Geburtstag geschenkt“, erzählte er die ganze Geschichte. Als sie vom Gewinnspiel erfahren haben, sei seine Mutter sehr skeptisch gewesen und der Meinung, hier sei eh nicht zu gewinnen. „Dann hat uns aber die beste Freundin meiner Mutter angemeldet und jetzt war ich gerade bei James Blunt“, fügte er voller Begeisterung hinzu. Ein Geburtstagsgeschenk, das mit Sicherheit keiner vergessen wird.

Joshua war nur einer von vielen auch sehr jungen Fans, die sich den britischen Popstar nicht entgehen lassen wollten. Und der Sänger aus Südengland zeigte, warum er nicht nur für seine gefühlvollen Balladen gefeiert wird. Er kam nicht auf die Bühne, er sprang auf die Bühne. Und zeigte eine ganz andere Performance als viele im Publikum vielleicht erwartet hatten. Beim zweiten Song brachte er die Tasten seines Klaviers mal so richtig zu Glühen und die Stimmung war ebenfalls nahe am berühmten Siedepunkt. Aber natürlich durften seine Klassiker wie „High“ oder „„You´re beautiful“ nicht fehlen. Bei dem Song „Goodbye my lover“ zogen doch tatsächlich auch wieder dunkle Wolken auf, aber zum Glück: Es blieb trocken.

Dass alle dieses Konzert so genießen konnten, dafür sorgte die Funkbereitschaft Heinsberg unter der Leitung von Stefan Dautzenberg und Bianca Froitzheim mit Unterstützung der Funkbereitschaft Hückelhoven. „Seit Montag sind wir jeden Tag mindestens acht Stunden auf dem Gelände und haben alles aufgebaut“, hob Horst Lenz von der Funkbereitschaft Hückelhoven hervor. Insgesamt 30 Mitgliedern waren an diesem Abend vor Ort und kümmerten sich um die 1500 Parkplätze, Einlasskontrollen und Notausgänge. Und das ehrenamtlich.

Das Resümee auf der Bühne: „You are absolutely amazing “, war James Blunt begeistert. Und auch das “Ohoh -Oho” nach seinem Superhit „OK” wollte das Publikum nicht verhallen lassen. Da gab es dann erwartungsgemäß noch ein oder zwei Zugaben. Trotzdem war es an diesem Abend wie so häufig: Es ist dann schlussendlich immer viel zu schnell vorbei.

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