Kreis Düren: Integrationsprojekt: „Sprung in die freie Wirtschaft geschafft“

Kreis Düren: Integrationsprojekt: „Sprung in die freie Wirtschaft geschafft“

Sechs Auszubildende haben am Dürener Standort des Unternehmens AfB ihre Abschlussprüfung zum Fachpraktiker für IT-Systeme bestanden. Der IT-Dienstleister hatte den neuen Ausbildungsberuf vor drei Jahren mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen konzipiert.

Die Ausbildung ist Bestandteil des vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderten Projekts „Werkstatt Ausbildung Beruf“ (WAB), bei dem Frauen und Männer aus Behindertenwerkstätten der Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt eröffnet wird.

„Die Initiative ist ein wertvoller Beitrag zur Integration“, sagt IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen. „Bislang schaffen pro Jahr bundesweit nur etwa 60 Menschen mit Behinderung den Sprung in die freie Wirtschaft — diese Chance wollen wir mehr Menschen bieten.“ Bei AfB in Düren haben die sechs geprüften Fachpraktiker einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten. Sie testen gebrauchte IT-Hardware, löschen Datenträger, reinigen Geräte und verkaufen sie im Shop weiter. Auch der 23-jährige Raphael Hover hat hier eine neue Herausforderung gefunden. „Durch die Ausbildung bin ich eigenständiger geworden“, sagt er: „Ich fühle mich als Teil der Gesellschaft und rede gern darüber, was ich beruflich mache.“

IHK Aachen und AfB suchen jetzt Unternehmen, die bereit sind, die nächste Azubi-Generation zu übernehmen oder ihnen Praktikumsplätze während der Ausbildung anzubieten. Für AfB-Prokuristin Monika Braun und ihre Kollegen hat sich der Einsatz gelohnt: „Viele haben anfangs nicht geglaubt, dass die Zusammenarbeit zwischen Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen gelingen kann“, sagt sie, „aber wir haben ihnen das Gegenteil bewiesen“.

Wer an dem Inklusionsprojekt interessiert ist, kann sich bei Monika Braun von AfB unter Telefon 02421/69371-20 sowie per E-Mail an monika.braun@afb-group.eu melden.

Die gemeinnützige AfB (Arbeit für Behinderte) wurde 2004 von Privatpersonen gegründet. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen europaweit mehr als 200 Mitarbeiter an mehr als zehn Standorten, unter anderem in Düren. Die Hälfte der Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung. Sie bearbeiten pro Jahr mehr als 240.000 Gebrauchtgeräte. In den kommenden Jahren will das Unternehmen nach eigenen Angaben weitere 500 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen.

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