Hückelhoven: Hückelhoven: Gardinen und Dekostoffe in Flammen

Hückelhoven: Hückelhoven: Gardinen und Dekostoffe in Flammen

„Wie isses?” „Tja, wie soll es sein?” Ist ja auch eine blöde Frage, die man jemanden stellt, der, wie Hückelhovens Stadtbrandinspektor Frank Just, seit 17 Stunden im Einsatz ist.

Um 21.38 Uhr am Dienstagabend ging der Alarm in der Wache ein: Feuer im Gebäude der Friedhelm Lindholm GmbH an der Rheinstraße.

Nach ersten Erkenntnissen der Kripo von Dienstagnachmittag brach das Feuer im hinteren Außenbereich des Gebäudes aus, in dem 35 Beschäftigte der Dekorations- und Musternäherei ihren Arbeitsplatz hatten; dort, wo Holzpaletten gelagert wurden. „Im rückwärtigen Bereich der Halle befand sich aber auch das Stofflager”, weiß Just jetzt.

Dass dies ein Feuer von enormen Ausmaßen sein würde, war also rasch klar. Der zweite und der vierte Zug der Hückelhovener Wehr waren komplett im Einsatz, von der Erkelenzer Wehr wurde als Unterstützung eine zweite Drehleiter angefordert. Neben der eigenen ABC-Messeinheit wurden auch noch die aus Heinsberg und Erkelenz geordert. „Der Wind hat sich ständig gedreht”, sagt Just. Es wurden zwar leicht erhöhte Gaswerte gemessen, die waren aber nicht so gravierend, dass man die umliegenden Häuser hätte evakuieren müssen.

Allerdings wurde durch die starke Hitzeentwicklung an einem Gebäude eine Fassade beschädigt und zwei Wohnmobile in Mitleidenschaft gezogen. Den Löschtrupps gelang es aber, ein Übergreifen der Flammen auf Nachbarfirmen zu verhindern.

Die Polizei sperrte natürlich den Brandherd weiträumig ab und sorgte dafür, dass die Feuerwehrleute ihren Job erledigen konnten. „Insgesamt waren Dienstagnacht 186 Einsatzkräfte mit dem Feuer beschäftigt”, sagt Frank Just.

Neben denen, die den Brandherd direkt bekämpften, den Beamten der Polizei und dem Rettungsdienst war auch wieder der Betreuungszug des DRK vor Ort, der für die Verpflegung - das heißt natürlich in erster Linie für genügend Trinkbares - der Feuerwehrleute sorgte.

Die in ihrer Ausdehnung etwa fünfzig mal fünfzehn Meter große Halle brannte sehr schnell in ihrer vollen Ausdehnung. „Wir haben das Feuer mit vier Wenderohren, vier B-Rohren und sechs C-Rohren bekämpft. 30 Atemschutztrupps waren im Einsatz”, so Just. Nach rund zweieinhalb Stunden intensiver Löscharbeit war das Feuer in der Gewalt der Männer.

Am Dienstag dann standen noch bis in die Mittagsstunden Nachlöscharbeiten an: „Da lagen jede Menge Verpackungen und Kartonage rum, Zeug, wo man mit dem Wasser nicht unbedingt reinkommt. Da muss man schon aufpassen”, sagt Frank Just.

Kann er schon etwas zur möglichen Brandursache sagen? „Natürlich nicht”, antwortet Just. „Ich weiß nur, dass um 16.30 Uhr Schichtende war. Und dass die Geschäftsleitung selbst am Abend immer sämtlichen Strom ausschaltet.” Ein Vorsichtsmaßnahme, da in dem Betrieb viele Bügeleisen und Nähmaschinen gebraucht werden. Wie hoch ist der Schaden? Der Stadtbrandinspektor: „Kann ich nicht sagen.” Nur so viel sei sicher: „Die Halle ist Schrott. Totalschaden.”

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