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Aachen: „Wir haben schon eine Reihe Spitzen-Unis”

Aachen : „Wir haben schon eine Reihe Spitzen-Unis”

Wenig überrascht über den Vorstoß der SPD-Spitze zur Schaffung von Elite-Universitäten hat sich am Dienstag Burkhard Rauhut, Rektor der RWTH, geäußert.

„Außer, dass die SPD die Eliteförderung plötzlich derart propagiert, ist nichts wirklich neu an den Vorstellungen”, sagte Rauhut auf AZ-Anfrage. „Es war allerdings endlich einmal an der Zeit zu sagen, dass wir in Deutschland nicht überall spitze sind”, sagte Rauhut weiter. Dies sei ja auch in den USA mitnichten nicht der Fall, wo von den insgesamt 3500 Universitäten auch „nur” 60 Elite-Einrichtungen wie Harvard, Yale, Cam- bridge oder Standford seien.

Bis zu 15 Spitzen-Unis

Rauhut schätzt, dass „wir ge messen an der Anzahl der für eine Spitzenausbildung in Deutschland überhaupt nur infrage kommenden Studenten und Professoren acht bis 15 solcher Hochschulen brauchen, jedenfalls deutlich weniger als 20”.

Um die geeigneten Studierenden für die RWTH zu finden, setzt man in Aachen auf eine strengere Auslese bereits in den ersten ein- bis anderthalb Jahren an. Außerdem sollen Studierende vor Beginn eines möglichen Studiums in Gesprächen genau begründen, worum sie gerade in Aachen studieren wollen. Die Professoren sucht sich die Hochschule bereits schon jetzt verstärkt in der ganzen Welt.

Heftige Kritik erntete die SPD-Spitze für ihren Vorstoß aus den Reihen des AStA der RWTH: „Die Debatte ist irrsinnig und soll von den Verfehlungen in der Bildungspolitik ablenken”, hieß es in einer Stellungnahme.

Experten und Praktiker lehnen die SPD-Pläne zu Errichtung von Elite-Universitäten unterdessen in breiter Front ab und fordern stattdessen eine stärkere, wettbewerbsorientierte Förderung bestehender Hochschulen. Die Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz, Christiane Ebel-Gabriel, sagte am Dienstag, der SPD-Vorschlag weise in die völlig falsche Richtung.

„Wir haben ja schon eine Reihe Spitzen-Unis wie Heidelberg, Göttingen, Karlsruhe oder Aachen, die im Ausland sehr angesehen sind.” Hinzu kämen international sehr anerkannte Forschungseinrichtungen wie etwa die Max-Planck-Institute. „Diese weiter zu entwickeln und zu fördern, ist der eigentlich richtige Weg.”

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