Düsseldorf: Unis reicht Ausgleich für Studiengebühren nicht

Düsseldorf: Unis reicht Ausgleich für Studiengebühren nicht

Die nordrhein-westfälischen Hochschulen fordern einen höheren finanziellen Ausgleich für den geplanten Wegfall der Studiengebühren. Die ihnen vom Land zugesagten 249 Millionen Euro reichten nicht aus, bemängelten die Kanzler der NRW-Universitäten am Freitag in einer Anhörung des Düsseldorfer Landtags.

Die rot-grüne Koalition will die Studiengebühren zum Wintersemester 2011/2012 abschaffen. Bislang können die Universitäten bis zu 500 Euro Gebühren pro Semester erheben.

Die Landesregierung habe für die Berechnung der Ausgleichszahlung die Studierendenzahlen des Wintersemesters 2009/2010 zugrunde gelegt, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltungschefs der Universitäten. Seitdem habe sich die Zahl der Studenten an den meisten Hochschulen deutlich erhöht, mit einem weiteren Anstieg sei zun rechnen. „Von einer Kompensation der Studienbeitragsmittel kann somit keine Rede sein”, kritisierten die Kanzler. Die Ausgleichszahlungen müssten an den Anstieg der Studentenzahlen gekoppelt und jährlich erhöht werden.

Die Landesrektorenkonferenz hält die Abschaffung der Studiengebühren „angesichts der Situation in Studium und Lehre in Nordrhein-Westfalen für falsch”. Ohne Gebühren werde die Zahl der Studenten, die sich nur wegen des kostengünstigen Studententickets oder aus anderen „sachfremden Erwägungen„ immatrikulieren, sprunghaft ansteigen, fürchten die Rektoren.

Die Studentenvertretungen, das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren und das deutsche Studentenwerk begrüßten das von Rot- Grün geplante Aus für die Gebühren. Die Vertreter der Studenten forderten die Abschaffung der Studiengebühren schon zum nächsten Sommersemester. Das sei „notwendig und möglich”. Das Studentenwerk, das sich um die sozialen Belange der Studierenden kümmert, sprach von einem positiven Signal an Studierende aus einkommensschwachen Familien.

Unklar blieb, wieweit Studiengebühren Abiturienten vom Studium abhalten. In Nordrhein-Westfalen habe ein „nennenswerter Teil der Studienberechtigten” angegeben, wegen der Gebühren auf ein Studium verzichtet zu haben, berichtete das Hochschul-Informations-System. Ihr Anteil habe mit etwa fünf Prozent aber nicht die Größenordnung erreicht, wie teilweise befürchtet.

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