Gütersloh: Studieren mit Kind im Norden einfacher

Gütersloh: Studieren mit Kind im Norden einfacher

Deutsche Hochschulen haben nach einer Studie erhebliche Defizite in Sachen Familienfreundlichkeit. Dabei sind die Bedingungen für Studenten mit Kindern an norddeutschen Universitäten und Fachhochschulen in der Regel besser als im Süden. Mit der Studie „Familie im Profil” liege erstmals eine umfassende Analyse vor, wie familienorientiert die Hochschulen tatsächlich sind, teilte das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh am Dienstag mit.

In den letzten Jahren habe sich zwar einiges bewegt, sagte Projektleiter Markus Langer. Aber. „Ein Großteil der Hochschulen hat hinsichtlich der Familienorientierung noch reichlich Luft nach oben.”

Der Studie zufolge ist die Familienorientierung ost- und westdeutscher Hochschulen im Mittel gleich. Alle getesteten ostdeutschen Hochschulen verfügten über eine gute Basis familienfördernder Maßnahmen. Einige kleinere ostdeutsche Hochschulen versuchen demnach vorbildlich, ihre fehlende Größe mit einer verstärkten Familienorientierung auszugleichen. Im Durchschnitt würden sich größere Hochschulen aber etwas leichter tun, Angebote für Familien zu unterbreiten und das auch im Profil deutlich zu machen.

„Hohe Studienabbruchquoten unter Studierenden mit Kind, steigender Fachkräftemangel, hohe Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen in Westdeutschland und abwandernde junge Studentinnen aus Ostdeutschland zeigen, dass gehandelt werden muss”, sagte Langer. Familienförderung müsse noch wesentlich relevanter und präsenter werden. Dann könne Familienförderung zum Standortfaktor werden.

Für die Studie hatte das CHE 34 ausgewählte Hochschulen verglichen.