NRW-Hochschulen begehrt: Studenten-Zahl steigt auf fast 800.000

NRW-Hochschulen begehrt : Studenten-Zahl steigt auf fast 800.000

Zum neuen Wintersemester 2019/20 ab Oktober werden rund 103.000 Studierende neu an die Unis und Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen kommen. Diese erste Schätzung nannte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen am Montag in Düsseldorf.

Damit werden insgesamt etwa 782.000 junge Leute an einer der 70 Hochschulen in NRW studieren, sagte die parteilose Politikerin. Die Zahl bleibe damit auf hohem Niveau und lege noch leicht um ein Prozent zu.

NRW sei auch für Studierende aus anderen Bundesländern attraktiv, sagte Lambert Koch, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Universitäten. Mit Blick auf die anstehende Entscheidung der Landesregierung über eine mögliche Einführung von Studienbeiträgen für Nicht-EU-Studiernde mahnte er: „Das wäre ein falsches Signal für einen offenen Forschungsstandort.“ Auch die Präsidentin der FH Münster, Ute von Lojewski, sprach von „einer völlig falschen Richtung“, sollte der Beitrag künftig erhoben werden.

Die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag auf ein Modell aus Baden-Württemberg geeinigt, aber zuvor eine Prüfung vereinbart. In Baden-Württemberg müssen Studenten aus sogenannten Drittstaaten 1500 Euro pro Semester zahlen. Pfeiffer-Poensgen sagte, man entscheide im Herbst. „Wir sind noch nicht auf sicherem Boden.“ Klar sei schon mal, dass in Baden-Württemberg wegen vieler Ausnahmen tatsächlich nur 50 Prozent der Studierenden aus Drittstaaten Beiträge zahlten und es dort zudem spezielle Stipendiensysteme gebe, die dann auch in NRW nötig seien.

Bei dem in Kraft tretenden neuen Hochschulgesetz stehe die Verbesserung von Lehre und Studienerfolg im Fokus, unterstrich die Ministerin. Um die Zahl der Studienabbrecher zu senken - sie liege nach groben Schätzungen bei bis zu 20 Prozent mit deutlichen Schwankungen je nach Studienfach - gebe es auch Selbsttests für Studieninteressierte. Diese „online-self-assessments“ könnten bei der Wahl der passenden Fachs helfen. Den Hochschulen wird wieder mehr Autonomie gegeben.

(dpa)
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