Berlin: Stress im Bachelor: Studenten müssen Zeitmanagement lernen

Berlin: Stress im Bachelor: Studenten müssen Zeitmanagement lernen

Viele Studenten im Bachelor leiden unter Stress und Zeitdruck - sie müssen daher lernen, sich ihre Zeit einzuteilen. „Zeitmanagement ist heute ein Schlüssel für ein erfolgreiches Studium”, sagte Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk (DSW).

Dazu gehörten feste „Arbeitszeiten”: Es helfe Studenten, den Tag klar zu strukturieren und regelmäßige Abläufe beim Lernen einzuhalten. Wichtig sei aber auch eine gesunde „Study-Life-Balance”: „Ich muss auch meine Freizeit einplanen.” Das klinge zwar nach einem strengen Schema - es entlaste Studenten aber.

Fast jeder fünfte Bachelorstudent (19 Prozent) fühlt sich im Studium zeitlich überfordert, wie das DSW ermittelt hat. Im Schnitt sagt nur etwa jeder siebte Student in seinem Erststudium (15 Prozent), dass die zeitliche Belastung im Semester zu hoch sei.

Bachelorstudenten sind aber nicht die einzigen, die besonders unter Zeitdruck im Studium leiden. Gleiches gilt für 21 Prozent der Hochschüler in den Staatsexamensfächern, das Lehramt ausgenommen. An der repräsentativen DSW-Befragung nahmen im Sommer 2009 mehr als 16.000 Studenten teil.

Im Vergleich zu anderen Studenten ist die zeitliche Belastung in Bachelorstudiengängen zudem keineswegs höher. So haben Bachelorstudenten an der FH eine 44-Stunden-Woche, wenn Studium und Nebenjob zusammengerechnet werden. Ihre Kommilitonen an der Uni kommen auf 43 Stunden. Ein Diplom-Student an der Fachhochschule hat aber 46 Wochenstunden, in Staatsexamensfächern wie Jura sind es 49.

Im Studium komme es auf die richtige Organisation an: Es müsse eben gut „gemanagt” werden, sagte Grob. „Der Managementbegriff muss langsam ins Studentenleben einfließen - ob einem das nun gefällt oder nicht.” Dabei müssten Studenten sich auch darüber klar werden, zu welchen Zeiten sie am produktivsten lernen, ergänzte Grob.

Wer frühmorgens am aufnahmefähigsten ist, verabredet sich also am besten gleich zu Beginn der Öffnungszeiten in der Bibliothek zum Lernen. Nachtmenschen müssten sehen, wie sie einen effektiven Lernrhythmus finden, ohne dass sie ihren Schlaf versäumen. Es gebe durchaus Typen, die erst nach Mitternacht zur Höchstform auflaufen. „Die müssen eben mittags einen Powernap einlegen.”

Nur mit Strenge zu sich selbst kommen Studenten aber nicht weiter. Es motiviere vielmehr, sich ab und zu auch einmal selbst zu belohnen, riet Grob: „Nach einer bestandenen Prüfung nehme ich einen Tag frei und fahre nach Hause oder mache einen Ausflug.” Zeit werde im Studium zwar immer mehr zum Luxus - den sich Studenten auch in Bachelorzeiten aber ab und zu einfach mal gönnen müssen.