Aachen: „Schlachten um Hermann” im Super C

Aachen: „Schlachten um Hermann” im Super C

Barbar oder edler Wilder - die Mettwurst „Harter Hermann” oder lieber Cherusker-Schnaps: Der germanische Held Arminius muss für vieles als Projektionsfläche herhalten und dient sogar als Werbeikone.

Die „Schlacht im Teutoburger Wald”, in der eine germanische Koalition unter seiner Führung drei römische Legionen vernichtend schlug, jährt sich zum 2000. Mal. Aus diesem Anlass lädt die RWTH zu einer Ausstellung mit dem Titel „Schlachten um Hermann” ein.

Das Projekt wurde von mehreren Geschichtsstudenten unter der Leitung von Dr. Rüdiger Haude erarbeitet. In der Ausstellung wird thematisiert, wie das Bild des Arminius in den letzten 200 Jahren in Literatur, Presse und Populärkultur wiedergegeben wurde. Dabei sollen vor allem die Konflikte, Brüche und Mehrdeutigkeiten ins Licht gestellt werden. Haude sagt: „Die Rezeptionsgeschichte der Schlacht im Teutoburger Wald ist eine janusköpfige Angelegenheit, die auch eine komische Seite hat.”

Daher bietet die Ausstellung genauso Raum für Kleists berühmtes Drama „Die Hermannsschlacht” wie für den Historienfilm „Arminius the Terrible” aus dem Jahre 1967. Diese Zweideutigkeit zieht sich durch die ganze Schau. In der Ausstellung wird auf Poster-Tafeln chronologisch dargestellt, welche wechselnde Bedeutung dem Ereignis in den letzten 200 Jahren zugeschrieben wurde. Daneben werden in Vitrinen verschiedene Medien wie Fotos, Bücher, Film-Cover und Postkarten ausgestellt und anhand dieser Exponate besondere Lesarten vertieft.

Auf einen bestimmten Teil der geschichtlichen Aufbereitung verzichten die Macher allerdings. Bei der Eröffnung sagt Haude zu den Besuchern: „Sie können froh sein, dass wir die Rezeption in der Musik weggelassen haben.” Es gäbe dort einige Beispiele von Heinos Sachsenlied bis hin zu verschiedenen Death-Metal-Adaptionen, allerdings „war es schon für die Studenten eine Zumutung, sich dies anzuhören.”

Die Ausstellung ist ab sofort bis zum 18. Juni, montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, geöffnet. Sie befindet sich im Untergeschoss des Super C, Templergraben 57.

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