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Aachen: RWTH gibt mit vier neuen Prorektoren Gas

Aachen : RWTH gibt mit vier neuen Prorektoren Gas

Mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung gab der Senat am Donnerstag dem neuen Rektor grünes Licht für die Prorektoren, die er um sich haben will.

Gewählt worden waren sie eine Woche zuvor vom Hochschulrat, der damit ebenfalls auch den neuen Schwerpunkten zustimmte, die das Rektorat Schmachtenberg bestimmen sollen. Zum Ende seiner letzten Sitzung des Sommersemesters verabschiedete der Senat seinen Vorsitzenden Max Kerner.

In Person der nunmehr vier statt drei Prorektoren sind vier Wissenschaftsbereiche der RWTH vertreten: Medizin und Technik, Geistes- und Naturwissenschaften.

Das Prorektorat Forschung und Struktur von Rolf Rossaint soll „intensiv grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung vernetzen”. Die „Erfolgsquote der Studierenden” zu steigern, soll eine der vornehmsten Aufgaben von Aloys Krieg im Prorektorat Lehre sein.

Entscheidende Bedeutung wird in Zeiten von Exzellenz, Konkurrenz, Frauenförderung und Emeritierung etlicher Professoren in den nächsten Jahren dem Prorektorat Personal und wissenschaftlicher Nachwuchs zukommen.

Hierfür hat Ernst Schmachtenberg die junge Soziologin Heather Hofmeister gewonnen. Neu geschaffen wurde das Prorektorat Industrie und Wirtschaft. Offizieller RWTH-Text: „Mit Prof. Günther Schuh konnte der exponierte Vordenker in Sachen Campus in die Rektoratsarbeit eingebunden werden.”

Nach diesen nicht-öffentlichen und ernsten Sachpersonalangelegenheiten wurde es ganz ernst, ein bisschen wehmütig und fröhlich zugleich. Es schlug die letzte Stunde des Max Kerner im Senat.

Fast 68 Jahre alt, steht der Bonhomme vor der finalen Pensionsgrenze eines deutschen Hochschullehrers. Sechs Jahre lang war der Historiker (nicht nur von Karl dem Großen) Vorsitzender des Senats, dessen unendlich beredtes Sprachrohr und manchmal so etwas wie der letzte Mohikaner des Philosophischen und der Rhetorik der guten alten Aufklärung als des „Ausgangs des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit”.

Schwer vorstellbar, dass Kant an dieser Stelle noch einmal so mit dem ganzen Impetus des schwärmenden Geisteswissenschaftlers zitiert würde wie Kerner es am Donnerstag tat.

Verbale Girlanden flochten dem darob „tief gerührten” Professor sodann alle Gruppensprecher des Senats, der Rektor und schließlich sein Freund und Kollege Christian Stetter: „Du hast das Vertrauen von allen gehabt und warst immer auf Ausgleich bedacht.”