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Aachen: Platz für Party und Kultur

Aachen : Platz für Party und Kultur

Viel Schall und Rauch hat es um den Namen dieses Gebäudes gegeben: 1968, als Studierende auch in Aachen den Aufstand probten, hängten sie Banner mit dem Konterfei Che Guevaras aus den Fenstern der Pontstraße 41. Das 1958 als „Alexander von Humboldt-Haus” errichtete Gebäude, gedacht als Begegnungsstätte ausländischer Studierender, sollte zu Ehren von Fidel Castros Mitstreiter in Che-Haus umbenannt werden.

Über Jahrzehnte hinweg hat es diesen Namen zumindest inoffiziell behalten. „Der Name Che-Haus hat in allen Gruppen dieser Hochschule immer noch den größten Bekanntheitsgrad,” berichtet AStA-Vorsitzende Anna Nelles.

AStA und RWTH haben nun die Wiedereröffnung der Begegnungsstätte gefeiert, um das es zuletzt immer wieder Auseinandersetzungen gab. Vor zwei Jahren sollen sich linke, hochschulfremde Gruppierungen mit Gewalt Eintritt verschafft haben, um dort „Sozialistische Wochenenden” zu veranstalten.

Umgekehrt wurde dem ehemaligen, konservativen AStA vorgeworfen, die Vergabe der Räumlichkeiten sehr restriktiv gehandhabt zu haben, so dass es kaum noch seine satzungsgemäße Funktion als „Begegnungsstätte” habe erfüllen können.

„Die dunklen Zeiten gehören der Vergangenheit an”, versprach RWTH-Rektor Prof. Dr. Burkhard Rauhut in seiner Eröffnungsrede. 60.000 Euro hat die Hochschule in die Renovierung des Hauses gesteckt, das sich, so Pressesprecher Toni Wimmer, zum Teil „in einem verwahrlosten Zustand” befunden hat. Eine neue Satzung wurde dem Haus gegeben.

Darin hat nicht mehr der AStA das alleinige Sagen, sondern ein paritätisch aus Hochschulverwaltung und Studierendenschaft besetzter Beirat.

Eine hauptamtlich beschäftigte Sozialpädagogin, Antje Becker, ist gerade dabei, ein neues Konzept zu entwickeln. Neben Kulturveranstaltungen, Lesungen, Diskussionsabenden und internationalen Kochzirkeln sollen auch wieder Parties gefeiert werden können: Voraussetzung sei jedoch eine Mitarbeit der Fetenveranstalter im Haus, so Becker.

Auch drei Büros sind auf den 300 Quadratmetern untergebracht: Das „Interkulturelle Centrum Aachener Studierenden” (Incas), ein gemeinsames Büro ausländischer Studierender und das „International Office” der RWTH, das ehemalige Akademische Auslandsamt.

Der neue Beirat wird sich demnächst auch mit einer Namensänderung beschäftigen. Doch diesmal wird nicht über „Che” diskutiert, sondern um den Wegfall des Vornamens vom Namensgeber. „Es ist zwar schade um den Alexander,” so Anna Nelles, aber das Haus brauche einen kürzeren Namen.