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Berlin: Manipulationsverdacht: Sozialpsychologe verzichtet auf Auszeichnung

Berlin : Manipulationsverdacht: Sozialpsychologe verzichtet auf Auszeichnung

Der Sozialpsychologe Jens Förster verzichtet nach Manipulationsvorwürfen auf einen der renommiertesten deutschen Forschungspreise, die Alexander von Humboldt-Professur. Das gibt die Alexander von Humboldt-Stiftung auf ihrer Webseite an.

Die Stiftung hatte bereits im April 2014 die Auszeichnung von Förster vertagt. Auf geplante Beratungen zum Fall Förster verzichtet die Stiftung nun.

Grund ist eine Debatte um Förster, dem wissenschaftliches Fehlverhalten vorgeworfen wird. Verbunden mit der Auszeichnung sollte Förster Mitte 2014 von der Universität Amsterdam an die Ruhr-Universität Bochum wechseln. Doch kurz zuvor wurden anonyme Vorwürfe gegen den Forscher laut: Er soll für eine Studie aus dem Jahr 2012 Daten manipuliert haben.

Das Nationale Gremium für Integrität der Forschung (LOWI) der Niederlande untersuchte den Fall und hielt Förster für verantwortlich. Seine Publikation wurde zurückgezogen.

Förster selbst sieht den Verzicht auf den Preis nicht als Schuldeingeständnis, wie es in einem Bericht der „ZEIT” (Donnerstagsausgabe) heißt. „Die damit verbundenen Forscherpflichten und die Verantwortung für rund fünfzig Mitarbeiter sind eine zu große Last, wenn ich mich immer wieder gegen neue Vorwürfe wehren muss”, zitiert ihn das Blatt. Förster beteuert, selbst keine Daten gefälscht zu haben.

Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit bis zu fünf Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert und soll Forscher aus dem Ausland wieder an deutsche Unis locken. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Deutsche Hochschulen nominieren die Kandidaten.

(dpa)