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Aachen/Jülich: Kühlschrank mit Internetanschluss ist nicht mehr fern

Aachen/Jülich : Kühlschrank mit Internetanschluss ist nicht mehr fern

Ultraschalldiagnosegeräte finden heute in der Medizin ein breites Anwendungsfeld von der Augenheilkunde bis zur Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft.

Allerdings können schon kleinere Fehler bei der Aufnahme und Darstellung zu Fehldiagnosen führen.

Wie man die Funktionsgüte von medizinischen Ultraschalldiagnosegeräten einfach und kostengünstig sichert, ist nur ein Forschungsergebnis der Wissenschaftler am Fachbereich Elektrotechnik und Automation der Fachhochschule Aachen, Abteilung Jülich.

International

International geht es an der Fachhochschule zu: Viele Studenten und auch Studentinnen stammen aus den unterschiedlichsten Ländern.

Ein aktuelles Beispiel ist das Labor für elektrische Antriebstechnik von Professor Josef Hodapp: Eine Studentin aus dem Iran fertigt gerade ihr Masterprojekt im Bereich Antriebstechnik an, eine deutsche Studentin ist für mechanische Konstruktionen zuständig, ein Inder berechnet die Linearmotoren, weitere Studenten stammen aus den Niederlanden, Mazedonien, dem Libanon, Mexiko und China - in den Laboren wird zum Teil mehr Englisch als Deutsch gesprochen. So trainieren alle das Ar- beiten in internationalen Teams.

Wer das Studium der Elektrotechnik erfolgreich abgeschlossen hat, der braucht auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit keine Angst vor der Jobsuche haben. Elektrotechnik - das ist heute überwiegend Informationstechnologie auf der Basis von Mikroelektronik - spielt eine immer größere Rolle. Ein Kühlschrank mit Internetanschluss und automatischer Bestellung steht vielleicht schon in wenigen Jahren in jedem Haushalt.

Schwerpunkte am Fachbereich Elektrotechnik und Automation sind Elektrische Maschinen und Hochspannungstechnik. So entwickelte Professor Alexander Kern Blitzschutzkonzepte für den Aachener und den Kölner Dom sowie für Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern.

Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden von Firmen im Raum Aachen angewendet. Im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelte Professor Josef Hodapp einen hocheffizienten Linearmotor, der auch zum Patent angemeldet wurde, das von der Jülicher Firma TorqueTec vermarktet wird.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Mikroelektronik und Mikrosysteme. Der Entwurf integrierter Schaltungen und speziell der hochintegrierter, programmierbarer Digitalschaltungen sind hierbei gefragt. Dabei blickt man auch über den Tellerrand, denn vielfach sind Probleme nur interdisziplinär zu lösen.

So haben sich Professor Hans Georg Trier, Experte in Fragen der medizinischen Ultraschalldiagnostik von der Universität Bonn sowie Professor Hans-Josef Ackermann und Professor Ralf Meißen von der FH Aachen zusammengefunden, um eine bereits seit Jahren vorhandene Lösungsidee bei der Wartung von Ultraschalldiagnosegeräten mit Hilfe modernster Mikroelektronik zu realisieren.

Das Echo, das im normalen Betrieb von einem Ultraschallwandler, einer Art Mikrophon für Ultraschallwellen in ein elektrisches Signal umgewandelt wird, wird nun synthetisch, digital und hochpräzise von einer Elektronik erzeugt und dem Diagnosegerät zugeführt.

Das Signal ist in weiten Grenzen einstellbar, so dass alle relevanten Parameter des Diagnosegeräts mit dem neuentwickelten Echosimulator überprüft werden können. Die Darstellung des Diagnosegeräts wird dann automatisch oder manuell mit dem erwarteten Bild verglichen und aus der Abweichung ergibt sich die Güte des Diagnosegeräts.

Der Echosimulator kann entweder als reines Testgerät ausgelegt, oder auch als Testmodul zur Eigenüberwachung in Diagnosegeräte eingebaut werden.

Das Projekt SonoGen wurde im Rahmen des TRAFO-Programms vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW gefördert. Seit dem Projektende im September 2003 steht der Prototyp in mehreren Exemplaren zur Verfügung und wurde schon mehrfach erfolgreich zu Messungen und bei der Entwicklung von Ultraschallgeräten eingesetzt.

Zulassungsvoraussetzung für deutsche Studierende ist die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife. Ferner müssen Englischkenntnisse nachgewiesen werden.

Für ausländische Bewerber gelten hinsichtlich des Schulabschlusses die Richtlinien der Kultusministerkonferenz. Eine Auflistung für alle Länder ist unter http://www.juelich.fh-aachen.de/aaa/appendix.shtml zu finden. Englischkenntnisse müssen durch den TOEFL-Test mit mindestens 550 Punkten nachgewiesen werden.

Alle Studierenden müssen ein Grundpraktikum von zwölf Wochen Dauer in einem Industrie- oder Handwerksbetrieb ableisten.