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Düsseldorf: Kranke Herzen mit Stammzellen repariert

Düsseldorf : Kranke Herzen mit Stammzellen repariert

Die vor zwei Jahren weltweit erstmals in Düsseldorf angewandte Stammzell-Therapie bei Herzinfarktpatienten ist nach Angaben der Ärzte ein Erfolg.

Den insgesamt 34 Patienten gehe es hervorragend, berichtete der Kardiologe Professor Bodo Eckehard Strauer am Freitag in Düsseldorf.

Die körpereigenen, adulten Stammzellen waren den Patienten in die Herzkranzgefäße implantiert worden. Bereits in den ersten drei Monaten habe sich durch den Infarkt zerstörtes Gewebe regeneriert und die Durchblutung deutlich gebessert.

„Es handelt sich um ein experimentelles Verfahren, das von der Idee her faszinierend und nach den ersten Ergebnissen viel versprechend ist”, urteilte der Bochumer Herzspezialist Professor Hans-Joachim Trappe vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Es bleibe allerdings abzuwarten, wie sich die Therapie entwickele. Vor einer abschließenden Beurteilung des Verfahrens seien wissenschaftliche Studien mit einer größeren Zahl von Patienten über einen längeren Zeitraum nötig.

Außer in Düsseldorf und Frankfurt/Main haben bereits einige Kliniken in den USA diese Methode eingesetzt. Weltweit sind 200 Herzinfarktpatienten erfolgreich behandelt worden.

„Das Verfahren wird bald Standard in den größeren Kliniken sein”, ist der Kardiologe überzeugt. Nach der nun abgeschlossenen Einführungsphase sei sogar eine Anwendung adulter Stammzellen bei chronisch Herzkranken und anderen Organ-Infarkten vorstellbar.

Die Stammzell-Therapie hatten die Mediziner der Düsseldorfer Universitätsklinik vor zwei Jahren bei einem 46 Jahre alten Patienten begonnen.

Wenige Tage nach dessen Herzinfarkt hatten sie ihm Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen und im Institut für Zellforschung konzentriert.

Einen Tag später wurden die Zellen mit Hilfe einer so genannten Ballondilatation in die Infarkt-Arterie gespritzt, von wo sie in das zerstörte Herzgewebe wanderten. Die Methode war von Wissenschaftlern in den USA bis dahin lediglich an Mäusen erfolgreich getestet worden.

Kurze Zeit nach der Düsseldorfer Premiere hatten Rostocker Mediziner einem Herzinfarkt-Patienten über einen anderen Weg ebenfalls körpereigene Stammzellen eingepflanzt, indem sie den Brustkorb öffneten.

In beiden Fällen kamen nicht körperfremde , embryonale Stammzellen, sondern körpereigene, adulte Stammzellen zum Einsatz.