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Berlin: KfW-Studienkredite werden teurer: Studentenwerk rät zur Ruhe

Berlin : KfW-Studienkredite werden teurer: Studentenwerk rät zur Ruhe

Die KfW-Studienkredite werden vom 1. Oktober an teurer. Das Deutsche Studentenwerk rät Betroffenen aber von schnellen Kündigungen ab. Die Erhöhung des Zinssatzes auf sieben Prozent sei zwar sehr ärgerlich für die Studierenden, sagte Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin.

„Wir raten aber, Ruhe zu bewahren und erstmal abzuwarten.” Denn wer zu einem im Moment günstigeren Anbieter wechselt, könne nicht sicher sein, dass dieser nicht auch wegen der Finanzkrise seinen Zinssatz erhöht.
Laut einer Untersuchung der Zeitschrift „Finanztest” (Ausgabe 9/2008) musste ein Student im Juni 2008 für eine monatliche Auszahlung von 300 Euro über fünf Jahre zwischen 6,4 Prozent und 7,9 Prozent Effektivzins zahlen. Für einen einjährigen Kredit während der Examensphase mit einer monatlichen Auszahlung von 500 Euro fiel ein Effektivzins zwischen 7,2 und 11 Prozent an.

Das CHE - Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh ermittelte bei seinem „Studienkredit-Test 2008” für Mai bei bundesweiten Anbietern einen Effektivzinssatz von 5,96 bis 8,89 Prozent.

Wer einen KfW-Studienkredit nutzt, hat laut KfW-Sprecher Holger Schwabe ein Sonderkündigungsrecht. Das gelte für die Auszahlungs- ebenso wie für die Karenz- und die Tilgungsphase. Allerdings muss sich der Studierende bei einer Kündigung an bestimmte Termine halten, zu denen auch die Zinssätze angepasst werden. Das ist jeweils am 1. April und am 1. Oktober der Fall, so Schwabe. „Man kann mit einem Monat Vorlauf zu diesem Datum kündigen.” Der nächste Kündigungstermin wäre demnach der 28. Februar 2009.

Vor einem solchen Schritt empfehle sich eine Studienfinanzierungsberatung beim Studentenwerk, sagte Grob. Dort könne auch geklärt werden, ob andere Finanzierungsmöglichkeiten möglich sind. So gibt es beispielsweise beim BAföG Veränderungen: Zum 1. Oktober sind die Einkommensfreibeträge für Eltern und Ehepartner um acht Prozent gestiegen. Dadurch hätten rund 100.000 Studierende zusätzlich Anspruch auf BAföG.