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Aachen: Institut für Kunststoffverarbeitung zieht um

Aachen : Institut für Kunststoffverarbeitung zieht um

Schon aus der Ferne künden sie von einem neuen Aachen, einer Stadt, die in nicht allzu ferner Zukunft den schwierigen Strukturwandel vom ehemaligen Industrierevier zum Hightech-Standort gemeistert haben wird: Baukräne - wohin das Auge auch schaut.

Im Aachener Westen, wo sich die RWTH am Standort Seffent-Melaten immer mehr von der ehedem grünen Wiesenlandschaft einverleibt, ist diese Entwicklung besonders augenscheinlich.

Dutzende Institute sind in den vergangenen Jahren aus der Innenstadt hierhin gezogen. Längst war die Aachener Hochschule in der Innenstadt an ihre räumlichen Grenzen gestoßen, die grüne Wiese lockte mit einem schier unerschöpflichen Platzangebot.

Arbeit im Bunker

So arbeiten auch die mehr als 100 Wissenschaftler des renommierten Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) seit Jahren unter mehr oder minder erschwerten Bedingungen im IKV-Gebäude an der Pontstraße und dem Bunker an der Försterstraße.

„Vor allem im Bunker sind die Arbeitsbedingungen naturgemäß recht bescheiden. Eine Zusammenführung aller unserer Kernbereiche an einem Standort ist daher äußerst wichtig”, erklärt Institutsleiter Professor Walter Michaeli.

Diesem Ziel ist das IKV inzwischen einen wichtigen Schritt näher gekommen: Mit mehr als 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft feierte das Institut am Freitag das Richtfest seines Neubaus am Seffenter Weg.

Mit diesem, inzwischen dritten Bauabschnitt werden die räumlich getrennten Bereiche endlich an einem zentralen Standort zusammengeführt. „Bleiben die Bauarbeiten des 10-Millionen-Projekts im Plan, werden wir die neuen Gebäude im März 2005 beziehen können”, sagt Michaeli.

Zentrale Einrichtung des Komplexes ist die neue Technikhalle. Sie wird künftig die so genannten Extrusionsanlagen beherbergen - Forschungs- und Lehranlagen, die große Kunststoffteile aus Granulat fertigen. Ein zweites Gebäude wird daneben weitere Labore beherbergen. Insgesamt soll den Forschern dann eine Nutzfläche von mehr als 2400 Quadratmetern zur Verfügung stehen.

„Der Umzug ist für uns allerdings nur ein Zwischenschritt. Die Räumlichkeiten in der Pontstraße werden wir auch weiterhin nutzen”, erläutert Michaeli. Das erklärte Ziel sei indes die völlige Zusammenführung aller Institutsbereiche in Melaten.

Dafür seien jedoch weitere Baumaßnahmen vonnöten. „Der dauerhafte Erfolg des Instituts„, so Michaeli, „ist eng verbunden mit dieser Erweiterung. Nur so wird die Wirtschaft weiterhin Spitzenforschung von uns erwarten dürfen.”

Von RWTH-Rektor Burkhard Rauhut erhält Michaeli Rückendeckung: „Das IKV ist eines der wichtigsten Standbeine unserer Hochschule”, so Rauhut. Die Großbaustelle im Aachener Westen zeuge von der Aufbruchstimmung, die die Technologieregion Aachen inzwischen erfasst habe.