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Aachen: Im Aachener SuperC brennen die Augen

Aachen : Im Aachener SuperC brennen die Augen

Das meistdiskutierte Gebäude Aachens, das SuperC der RWTH, sorgt für neuen und unerquicklichen Gesprächsstoff. Von den rund 80 Beschäftigten leiden 16 unter Beschwerden: Augenbrennen, Reizungen der Haut und der Atemwege.

Als Ursache werden Ausdünstungen von Baustoffen und/oder Möbeln vermutet. Bisher gebe es aber, teilt die Hochschule mit, „keinerlei Hinweise darauf, dass die durch die Ausdünstungen ernsthaftere Gesundheitsschäden verursacht werden können”. Experten halten die Häufung der Beschwerden allerdings für „ungewöhnlich”.

Die ersten Mitarbeiter hatten sich vor einigen Wochen beim Hochschularzt vorgestellt, der die sich häufenden Fälle dem Hygiene-Institut meldete, das daraufhin die Raumluft untersucht habe. Bei den Messungen ergaben sich „grenzwertige” Befunde für Formaldehyd und „erhöhte Werte” für Iso-Butanol.

Man gehe aber bisher davon aus, dass die Summe verschiedener Alkohole und Aldehyde zu den Beschwerden geführt habe.

Möglicherweise sei auch zu wenig gelüftet worden, so dass die nicht unübliche Konzentration von Ausdünstungen nicht gesenkt wurde, so die Mitteilung der Hochschule.

Dass „Lüftung das A und O im Neubau sei, bestätigt ein Hygieneexperte des Umwelt-Bundesamtes in Berlin unserer Zeitung. Eine solche Häufung von Beschwerden sei allerdings „ungewöhnlich”.

Das SuperC, wegen seiner außergewöhnlichen Architektur gerühmt, war auch bisher nicht gerade pannenfrei.

So gibt es, vor allem, bis heute keine vernünftige Erklärung dafür, dass der eigentliche Clou nicht funktioniert.

Das Gebäude ist über einer zweieinhalb Kilometer tiefen Erdbohrung errichtet, aus der Erdwärme zur Energieversorgung bezogen werden sollte.

Erdwärmebohrung gescheitert?

Auf dem Rohr ist bislang ein Deckel, sonst nichts. Mit großem Pomp eingeweiht wurde der Bau Ende Juli 2008 eigens Wochen vor seiner Bezugsfertigkeit, damit der damalige Rektor Burkhard Rauhut, bevor er tags drauf in den Oman zog, sein Denkmal noch „enthüllen” konnte.

Die Mitarbeiter des SuperC sollen am Freitag informiert werden. Ein Anlass, Räume zu schließen, bestehe nicht, teilt der Bauherr, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, mit.

Möglicherweise werde man aber den Bauunternehmer in die Pflicht nehmen, der laut Vertrag ein „schadstofffreies Gebäude” übergeben musste.