1. Hochschule

Aachen: Familienfreundlich: ein Plus für die Hochschule

Aachen : Familienfreundlich: ein Plus für die Hochschule

In Sachen Gleichstellung hat die RWTH Aachen in den vergangenen Jahren bereits eine Menge erreicht. Das meint Prof. Doris Klee, neue Gleichstellungsbeauftragte der RWTH. Gemeinsam mit ihren beiden Stellvertreterinnen will sie Projekte ausbauen und deren Qualität steigern.

Neben den Frauen sollen auch die Männer verstärkt ins Auge gefasst werden. Denn auch sie sollen als Väter durch familienfreundliche Angebote die Chance bekommen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Gleichstellung beschränkt sich eben nicht nur auf die Belange der Frauen, sondern geht weit darüber hinaus, betonen Klee und ihre Stellvertreterinnen, die Tiermedizinerin Dr. Christiane Herweg und Dr. Ulrike Brands-Proharam Gonzalez vom International Office.

Um den Gedanken der Gleichstellung weiter zu etablieren, müsse die Arbeit schon in den Schulen beginnen, sagt Doris Klee. Neben dem schon traditionellen Girls´ Day soll es deshalb an der RWTH künftig unter dem Motto „Neue Wege für Jungs” auch einen Schnuppertag für Jungen geben: Bei Workshops und eintägigen Praktika bekommen sie am 27. Mai einen Einblick in Pflegeberufe sowie die Geistes- und Sozialwissenschaften.

Unterstützung in ihrem Bestreben um Gleichstellung erhofft sich Doris Klee vor allem auch von den „Gender Studies” (Geschlechterstudien) an der RWTH. Diese neue Forschungsdisziplin untersucht beispielsweise, warum es so wenige Grundschullehrer gibt oder warum Frauen in Führungspositionen so selten sind. Sie liefert damit laut eigener Definition die Grundlagen für die Entwicklung von Maßnahmen, die die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Männern und Frauen herstellen sollen.

Seit Jahren schon steht die RWTH Aachen mit ihrem Eltern-Service-Büro ihren Mitarbeitern und Studierenden zur Seite, wenn es darum geht, den Beruf oder das Studium mit den eigenen Kindern unter einen Hut zu bekommen - und das mit großem Erfolg wie Doris Klee meint. So seien beispielsweise Gruppen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren oder Angebote wie ein Wickelraum ins Leben gerufen worden. Außerdem gibt es unter dem Motto „Abenteuerspielplatz Uni” eine Vielzahl an Angeboten, um Kinder während der Schulferien zu betreuen.

Ein familienfreundliches Angebot an der Hochschule sei entscheidend, um hochkarätige Wissenschaftler nach Aachen zu locken, ist Klee überzeugt. Und die RWTH sei mit ihrem Eltern-Service-Büro ein bundesweites Vorbild, das schon viele Nachahmer gefunden habe.

Einbindung von Professoren

Neben der Gleichstellung von Frauen und Männern will sich die neue Gleichstellungsbeauftragte auch für die Einbindung von Professoren aus anderen Ländern stark machen. Denn die seien an der RWTH bislang stark unterrepräsentiert, meint Klee.

Die Chemikerin Doris Klee ist die Nachfolgerin von Marlies Diepelt, die seit 1994 als Gleichstellungsbeauftragte an der RWTH tätig war. Das Schnupperstudium für Schülerinnen und das Eltern-Service-Büro gehen auf ihre Initiative zurück. Auch aufgrund ihrer Leistungen erhielt die RWTH 2005 den „Total E-Qualitiy Award” für beispielhaftes Handeln im Sinne einer Personalführung, die die Chancengleichheit im Blick hat.