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Aachen: Erfolgreiche Wissenschaft wird etabliert

Aachen : Erfolgreiche Wissenschaft wird etabliert

Derzeit wird oft die Abwanderung talentierter deutscher Wissenschaftler und Ärzte ins Ausland beklagt. Die RWTH Aachen beweist, dass es auch hierzulande möglich ist, erfolgreiche Wissenschaftler zum Bleiben zu bewegen.

So wurde im Frühjahr am Universitätsklinikum Aachen (UKA) das Institut für Kardiovaskuläre Molekularbiologie eingerichtet, das heute offiziell Eröffnung feiert.

Zum Direktor des Instituts und Lehrstuhlinhaber wurde der Kardiologe und Gefäßforscher Professor Dr. Christian Weber ernannt. Weber lag auch eine Berufung an das renommierte Kings College in London vor, aber er beschloss, in Aachen zu bleiben. „Ich habe hier ideale Arbeitsbedingungen und ein hervorragendes Team”, begründet er seine Entscheidung.

Nach Studium und Weiterbildung in München und Harvard wurde Weber 2001 zum Professor und Leiter der Abteilung Kardiovaskuläre Molekularbiologie in der Medizinischen Klinik 1 am UKA berufen. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat der 38-Jährige mittlerweile eine Arbeitsgruppe von 40 Mitarbeitern um sich versammelt.

Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses steht vor allem die Aufklärung und therapeutische Beeinflussbarkeit von entzündlichen Ursachen der Atherosklerose. Diese Erkrankung schädigt die inneren Schichten der Gefäßwände und ist eine Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Webers Arbeitsgruppe untersucht insbesondere das Zusammenwirken von Chemokinen. Diese molekularen Botenstoffe steuern die Einwanderung von Entzündungszellen ebenso wie das Eindringen von regenerativen Stammzellen und schützenden Immunzellen aus der Blutzirkulation in die Gefäßwand.

Die Forschung in diesem Bereich könnte helfen, Therapiemöglichkeiten mit Stammzellen zu optimieren und deren Risiken zu erkennen.

Das Team von Professor Weber erforschte zudem neue biotechnologische Verfahren, die dazu beitragen, erneute Gefäßverschlüsse nach Einbau von Gefäßstützen (Stents) zu vermeiden.

Außerdem haben die Wissenschaftler neuartige biologische Therapeutika gegen Atherosklerose und zur Stabilisierung von Gefäßumbauprozessen entwickelt. Diese Arbeiten haben die internationale Reputation des Instituts begründet, was sich in zahlreichen Preisen niederschlug.