Aachen: Eine neue Stadtbahn für Aachen?

Aachen: Eine neue Stadtbahn für Aachen?

Auf den Zug mussten sie einfach aufspringen: Als Volker Goller und Hannes Pries davon erfuhren, dass zur Erschließung der Campus-Projekte der RWTH eine Stadtbahn im Gespräch ist, da sahen sie ihre Chance gekommen. „Das ist eine tolle Idee”, sagt Goller, „aber das reicht nicht.”

Soll heißen: Die Campus-Bahn dürfe höchstens der Anfang eines Schienennetzes sein, das eines Tages die ganze Stadt abdecke. Nichts Geringeres hat sich die im April gegründete Bürgerinitiative „AC=Bahn”, bei der Goller und Pries aktiv sind, zum Ziel gesetzt.

Goller ist recht optimistisch, das ambitionierte Vorhaben schon recht bald auf die Schiene setzen zu können. Nicht zuletzt, weil die beiden „großen” Parteien die gleichen Zielbahnhof ansteuerten.

Ob die angestrebte Stadtbahn mit oder ohne Oberleitung, auf Gummirädern oder schwebend vorwärts kommt, ist für die Bürgerinitiative nicht entscheidend. Goller: „Wichtig ist, dass es ein funktionales System gibt, das alle Stadtteile miteinander verbindet.”

Für dessen Umsetzung hat die Initiative bereits ein grobes Konzept erarbeitet. Demnach soll die erste Stadtbahn-Trasse vom Klinikum, über den geplanten Campus und die Wüllnerstraße zum Bushof führen. „Das ist relativ viel Platz, städtebaulich ist das kein Problem”, meint Goller.

In der zweiten Stufe des Streckenausbaus sollen dann Gleise bis Brand verlegt werden, und anschließend gilt es nach den Plänen der Bürgerinitiative die Weichen Richtung Haaren und Richterich zu stellen. Nach der Realisierung könne der Einsatz von Linienbussen zurückgefahren werden. „Die würden dann eher eine Zubringerfunktion übernehmen”, sagt Pries.

Im Vorfeld der Kommunalwahlen 1999 hatten SPD und Grüne den Bau einer Stadtbahn zum zentralen Wahlkampfthema gemacht. Mittel von Seiten des Landes in Höhe von knapp 500 Millionen D-Mark waren sogar schon bewilligt.

Im Stadtrat wechselten die Mehrheiten und die CDU ließ die Bahn vor den Prellbock fahren. So etwas dürfe sich nicht wiederholen, fordert Goller: „Wir wollen nicht, dass dieses wichtige Projekt im Wahlkampf zerredet wird oder zum Streitobjekt wird.” Denn wenn Aachen überleben wolle, müsse es eine vernünftige Alternative zum Individualverkehr entwickeln.

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